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(639-1052) 
 
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Die Auffassung des kirchlichen Christentums von der "Hölle" und deren Konsequenzen  897. Wenn sich das kirchliche Christentum der Begriffe "ewige Hölle" oder "ewige Verdammnis" bedient, so stehen diese Ausdrücke auch hier nicht für wissenschaftliche Wahrheiten in des Wortes buchstäblicher Bedeutung, sondern sie sind vielmehr Formeln, mit denen dieses Christentum vorübergehend, solange es nichts von Reinkarnation weiß, jene Seite des Lebens oder des Wesens Gottes ganz abdecken muss, die für die Schicksalsbildung der Menschen verantwortlich ist. Die Auffassung des Christentums von der "Hölle" ist, wie auch seine Auffassung vom "Himmel", die, dass das Genannte etwas jenseits des physischen Todes ist, eine geistige oder nicht-physische Erscheinung ist. Sein Horizont, was die Wesen betrifft, erstreckt sich nur vom Mutterleib bis zum Ende des physischen Organismus, wonach die Wesen für immer Abschied von der physischen Welt nehmen, um sich ein himmlisches oder geistiges Dasein anzueignen, das entweder in "ewiger Verdammnis" oder in "ewiger Erlösung" bestehen muss, je nachdem, ob die physische Wesensart der Wesen der "Verdammnis" oder der "Erlösung" näher gewesen ist. Dieses Christentum kann daher "jegliche Strafe für Sünden" nur als etwas auffassen, das hauptsächlich in der geistigen Welt stattfindet oder von geistiger Natur ist. Dadurch ist es aber vollkommen der Möglichkeit beraubt, seinen Anhängern all die physischen Leiden und unglücklichen Schicksale darlegen zu können. Es kann überhaupt nicht rechtfertigen, warum nicht alle Menschen unter denselben glücklichen Bedingungen geboren werden, sondern vielmehr unter höchst verschiedenen und ungleich glücklichen Zuständen zur Welt kommen, wie auch die physische Welt dadurch für diese Anhänger bar jeder Gerechtigkeit ist und von Zufälligkeiten gesteuert wird. Einige Wesen kommen zur Welt und treffen schon vom Mutterleib an ein so strenges und unglückliches Schicksal an, da die Welt den betreffenden Wesen nur einen so unglücklichen und qualvollen Zustand voller Verstümmelung, Körperbehinderung, Trauer und Leid bietet, dass sie allzu früh sterben, ja sie sind in Wirklichkeit nur zur Welt gekommen, um einen einzigen großen und schmerzvollen Todesprozess zu erleben, während dieselbe Welt anderen Wesen direkt vom Mutterleib an bis ins hohe Alter ein einziges großes Schwelgen in Glück, Freude und Liebe, körperlicher Gesundheit, ökonomischem Wohlergehen und großen sozialen Positionen bietet. Dass solche Erscheinungen das tägliche physische Leben zur Mystik machen und Verwirrung in den Vorstellungen über absolute Gerechtigkeit mit sich bringen, ist eine Selbstverständlichkeit.


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