Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(639-1052) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Die "Hölle" ist der Weg zum "Himmelreich"  900. Aber durch die Befriedigung der gefährlichen Begehren (den Genuss vom Baum der Erkenntnis) und durch die hiermit verbundenen Leiden wird das Individuum mit Erfahrungen bereichert, wird mit Kenntnissen und Weisheit erfüllt, so dass es schließlich den Unterschied zwischen den gefährlichen und den ungefährlichen Begehren kennt. Und durch diese Kenntnis gewöhnt es sich allmählich daran, nur die Befriedigung der ungefährlichen und damit rechtmäßigen Begehren zu betreiben, und wird selig. Was wir als "Hölle" bezeichnen, besteht also nur aus den Wirkungen der Befriedigung der gefährlichen Begehren des Individuums. "Hölle" ist also dasselbe wie die Belehrung des Individuums über das Wahre und das Unwahre, das Wirkliche und das Unwirkliche, das Normale und das Unnormale, das angenehme Gute und das unangenehme Gute, mit anderen Worten, die "Hölle" stellt eine Realität dar, durch die die höchste Weisheit erlebt wird und zur Erkenntnis im Bewusstsein des unwissenden Wesens wird. Wie wir hier sehen, gibt es ohne "Hölle" keine Weisheit und damit kein Bewusstsein, kein Leben. Die "Hölle" und das "Himmelreich" sind also in absolutem Sinn nur die äußersten Konsequenzen des Gesetzes von Ursache und Wirkung. Und hier verstehen wir besser den Hinweis des Welterlösers auf das "Feuer der Hölle", als von Wesen die Rede war, die noch in höchstem Maße unvollkommen waren, Wesen, denen in höchstem Ausmaß praktische selbst erlebte Erfahrungen zur Wirklichkeit und Autorität des Gebots der Nächstenliebe fehlten. Auf was hätte er solche Wesen sonst hinweisen sollen? Theoretischer Unterricht, d.h. die Erfahrungen anderer Wesen, ist ja in solchen Fällen nicht genug. Nur die selbst erlebten Erfahrungen können hier ausreichend sein. Wenn der Welterlöser die Bezeichnung "dem Feuer der Hölle verfallen" benutzt, so liegt darin absolut kein Ausdruck von Zorn, Ärger oder Hinweis auf eine Strafe oder einen Racheakt vonseiten der Vorsehung oder der Gottheit, im Gegenteil, der Ausdruck ist identisch mit dem Hinweis auf die einzige existierende Rettung für die weitere Entwicklung des Wesens, seine Aneignung von Kenntnissen oder Weisheit, ohne die es in seinem vorübergehenden dunklen und primitiven Stadium verbleiben müsste, ja, es müsste vollkommen außerhalb des großen Kreislaufs bleiben, den wir hier im "Livets Bog" Entwicklungsspirale nennen.
      Die "Hölle" ist also in Wirklichkeit der Weg zum "Himmelreich". Ohne diesen "Weg" blieben Tiere bis in alle Ewigkeit Tiere, und Erdenmenschen – was in großem Ausmaß Räuber, Mörder oder kriegs- und verstümmelungsfördernde, tötende Wesen heißt – müssten ewig in ihren dunklen Traditionen, in ihren dunklen Sphären verbleiben, ganz abgesehen davon, dass jegliches Leben und damit die Existenz des Weltalls selbst vollkommen unmöglich wäre. Wenn also die "Hölle" oder das "Feuer der Hölle" ein Unterricht in vollkommener Lebensführung ist, ein Selbsterleben ist, wie das Leben nicht gelebt werden soll, eine Erscheinung ist, die mit unerschütterlicher Sicherheit in absolut jedem Fall, ganz gleich wie groß oder gering, in Funktion tritt, wenn das Individuum verkehrt handelt, und die es über diesen seinen Fehler belehrt und damit im Bewusstsein und Wesen mit dem strahlenden Glanz der Hochintellektualität jene Unintellektualität oder qualvolle Primitivität entfernt, die durch den Fehler repräsentiert wird, ist es nicht verwunderlich, dass der Welterlöser auf dieses Feuer in Situationen hinweist, in denen die Wesen in so außerordentlichem Ausmaß diese Unintellektualität repräsentieren, dass sie nicht durch sein Wissen unterrichtet werden können oder imstande sind, Lehren aus den Erfahrungen anderer zu ziehen. Dieser Hinweis ist also eine genauso normale und liebevolle Erscheinung wie all seine sogenannten "Wunder".


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.