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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(639-1052) 
 
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Die totale Sinnlosigkeit und Ungerechtigkeit des Lebens, wenn die Reinkarnation oder Wiedergeburt nicht existierte  904. Der dem Wesen innewohnende Hunger steht also in überhaupt keinem passenden Verhältnis zu einem einzelnen Erdenleben. Er enthüllt sich hier als etwas, was so große Dimensionen umfasst, dass seine Befriedigung nur im Verlauf vieler Erdenleben zu schaffen ist, so wie das gleiche für die bereits erreichte Sättigung der darunter liegenden Stadien gilt. Da diese Stadien nicht im derzeitigen Leben erlebt wurden, kann also die Sättigung, die das Individuum bezüglich dieser Stadien schon besitzt, unmöglich im derzeitigen Leben erworben worden sein. Dass diese Sättigung nichtsdestoweniger vorhanden ist, wird durch den Umstand zur Tatsache, dass wir nicht alle dasselbe wollen. Was für das eine Wesen ungeheuer interessant ist, kann für das andere entsprechend langweilig sein. Einige Wesen finden ihre ganze Lebenslust darin, Schlachter, Jäger oder Krieger zu sein, während andere ihre ganze Lebenslust verlieren würden, wenn sie gezwungen würden, in dieser Weise im Leben hervorzutreten. Einige Menschen sind ungeheuer intelligent, künstlerisch oder literarisch begabt, während andere sehr naiv, leichtgläubig und schwach begabt sind, ohne deshalb anormal zu sein. Wir können daher nicht umhin, dass das gesamte Hervortreten der Wesen die schon erwähnte Skala repräsentiert, ja sogar in der schönsten von Unvollkommenheit zu Vollkommenheit harmonisch ansteigenden Reihenfolge ohne irgendeinen Sprung, ohne fehlendes Zwischenglied darin. Wenn die Wesen nicht von einer Stufe zu nächsten wachsen würden, wie sollte diese Skala dann entstanden sein oder existieren können?
      Wenn wir z.B. einen Abschnitt von Stufen auf dieser Skala mit Zahlen von 1 bis 10 nummerieren würden, gäbe es einige Wesen, die auf Stufe 1 geboren werden, andere auf Stufe 2 und so fort. Nur, wie kann das ein Ausdruck von Gerechtigkeit sein, einige Wesen auf einer so primitiven Stufe wie Nr. 1 geboren werden zu lassen, wenn gleichzeitig andere Wesen auf einer so vollkommenen und über Nr. 1 so hoch erhabenen Stufe wie Nr. 10 geboren werden können? Wenn keins der betreffenden Wesen vorher gelebt hat, können sie doch, wie in früheren Abschnitten gestreift, nicht im geringsten selbst irgendeine Schuld haben, auf diesem ihrem Platz zu stehen. Wozu aber dann diese Skala? Wenn einige Wesen auf einer im Verhältnis zu Nr. 1 so vollkommenen Stufe wie Nr. 10 geboren werden können, ohne irgendein vorausgehendes Verdienst, ohne irgendeine selbst ausgelöste Ursache, warum können dann nicht alle Wesen auf dieser Stufe geboren werden? Und wenn die Wesen wirklich auf der ihnen gemäßen Stufe ohne irgendein vorausgehendes selbstverursachtes Recht oder ohne selbstverschuldete Ursache geboren werden können, so ist ihre Anwesenheit auf dieser Stufe doch als ein von der Vorsehung wie durch ein Wunder manifestiertes Machtgebot zu betrachten. In dem Fall wäre es für die Vorsehung also genauso einfach, die Wesen auf Nr. 10 der mentalen Skala zu platzieren wie auf Nr. 1. Alle tiefer liegenden Stufen mit Leiden, Schmerzen, Erfahrungs- und Wissensbereicherung sind damit überflüssig. Wenn sie aber überflüssig sind, wird das Bild von der Vorsehung, dessen wir dann Zeuge werden, zu einem weniger glücklichen. Denn dann gibt es, wie schon früher erwähnt, überhaupt keine andere Grundlage für die furchtbaren Verstümmelungen und Leiden der Wesen, für ihr Hervortreten in Krieg, Mord und Totschlag, im "Feuer der Hölle" oder ihr Leben mit "Heulen und Zähneknirschen" als eine zufällige Laune, eine sadistische Tendenz, eine perverse Neigung der Vorsehung.


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