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(639-1052) 
 
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Die stärkste innere Sehnsucht der Menschheit ist unverrückbar auf die Humanität gerichtet  910. Die Erdenmenschheit insgesamt ist also in Wirklichkeit im Schöpfungsprozess schon so weit fortgeschritten, dass das Ziel ihrer Verbindung mit ihm offenkundig ist. Die höchste mentale Einstellung der Erdenmenschheit ist unerschütterlich auf dieses eine gerichtet, auf die "Humanität". Dass nicht alle ihrer Individuen in gleich hohem Grad dieselbe Auffassung von Humanität, sondern vielmehr in großem Ausmaß stark konträre Auffassungen bezüglich dieses Themas aufweisen, entkräftet nicht die Tatsache, dass das Ziel der heutigen Verbindung der gesamten Erdenmenschheit mit dem großen Schöpfungsprozess und ihres Platzes in diesem Prozess die Humanität ist. Jedes dieser Individuen glaubt doch, dass es genau das spezielle Gute manifestiert oder ganz präzise die Ideen offenbart, die der Menschheit das ersehnte wahre Glück bringen werden. Die höchsten Weisen drücken den Weg zum Glück als "Glauben an eine Gottheit" und das Praktizieren der Nächstenliebe aus. Kirchliche christliche Gemeinschaften bewegen sich etwas in den Fußspuren der Weisen und verkünden ebenfalls Nächstenliebe, legen jedoch mehr Wert auf eine "göttliche Gnade" und "Vergebung", um hierdurch den so sehr ersehnten Frieden, die so sehr ersehnte Seligkeit zu erreichen, während die materialistischen Wesen jede Religiosität als "Aberglauben" verhöhnen und die Resultate der Intelligenz als das absolut einzige Seligmachende oder Welterlösende preisen. Die Naturmenschen hingegen halten es für ein absolut sicheres Mittel zum Erreichen des Glücks oder einer besseren Daseinsform, sich bei den übermächtigen Kräften oder Gottheiten einzuschmeicheln, die, wie sie absolut meinen, hinter allen Erscheinungen der Natur existieren müssen. In ihrem Eifer sind sie nicht einmal davor zurückgeschreckt, Mitmenschen zu opfern, um der allmächtigen Vorsehung zu gefallen und damit deren eventuellen Zorn zu mildern. Es sind die Nachwirkungen dessen, die sich in den alttestamentarischen Tieropfern im Tempel bemerkbar machen. Und schließlich sind da noch die Mitglieder der sogenannten "Verbrecherwelt" oder der "Unterwelt" der Kultur. Diese Wesen haben auch einen Traum von einem helleren Dasein als das, das ihnen beschieden ist, und sie glauben, dass der Weg dorthin nur über die Methoden des Tieres führt: das Recht des Stärkeren, des Listigeren, des Schlaueren. Brutales Niedermetzeln von allem, was ihnen im Weg steht, sowohl körperlich als auch mental, gehört zu den ungeschriebenen Idealen dieser Wesen. Lügen und Betrug oder andere Formen von Unehrlichkeit wie auch brutale Macht sind für diese Wesen die einzigen Schlüssel zum Reich des Glücks.
      Die Erdenmenschen repräsentieren also höchst unterschiedliche Auffassungen dessen, was der Weg zum Glück ist. Aber allen gemeinsam ist, dass sie eben die Überzeugung oder den Wunsch in sich tragen, ein besseres Dasein zu erreichen. Der Zustand, in dem sie sich befinden, ist nicht zufriedenstellend. Sie sehnen sich alle nach etwas, das vollkommener ist, etwas, das zufriedenstellender ist als die Erscheinungen, die zusammen heute ihr Dasein, ihr Schicksal ausmachen. Es ist das Resultat dieser Sehnsucht der Menschheit nach einem besseren Dasein, das immer mehr die Gestalt der "Humanität" annimmt und sie zum unverrückbaren Ziel in ihren höchsten Vorschriften macht.


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