Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Eine offene Tür zu jener makrokosmischen Mentalität, die die Verwandlung der Erde gewollt hat. Unser Begehren nach Humanität ist ein Tropfen vom Wunsch des Makrowesens oder der erschaffenden Macht nach der Vervollkommnung der Verwandlung der Erde |
911. Aber ist diese große gemeinsame Sehnsucht nach etwas Vollkommenerem, die also wie ein flammendes Feuer die Mentalität jedes Menschen erhellt, die des "Verbrechers" wie die des "Heiligen", nicht die Sichtbarmachung jener Gedanken- und Willenskraft, die die glühenden Materien, das flammende Feuermeer in eine bewohnbare Welt für Myriaden von Lebewesen aus Fleisch und Blut verwandelt hat?
Ist das nicht so, als hätten wir hier eine offene Tür zu jener makrokosmischen Mentalität, die diese Verwandlung gewollt hat?
Ist nicht die Sehnsucht jedes Individuums nach etwas Höherem, nach etwas Vollkommenem dasselbe wie ein kleiner Tropfen vom Wunsch des großen makrokosmischen Wesens?
Und ist dieser Wunsch nicht damit dasselbe wie ein Ozean, der aus den gesamten Wünschen der Mikrowesen zusammengesetzt ist?
Ist unsere eigene Sehnsucht nach dem Paradies oder einer höheren Daseinsform nicht einer der "Tropfen", aus denen dieser Ozean besteht?
Und wird nicht gerade dadurch dasselbe Zusammenspiel zwischen einem Makrowesen und Mikrowesen sichtbar wie das, das in unserem eigenen Innern zur Geltung kommt?
Sind nicht unser eigenes Fleisch und Blut, unsere Organe und Glieder dasselbe wie Ozeane, die aus Mikrowesen zusammengesetzt sind?
Ist nicht jedes dieser kleinen Wesen ein "Tropfen" in dem Ozean – der Natur oder dem Stück der Welt oder des Universums –, der unsere gesamte körperliche und mentale Erscheinung, unsere Wünsche und Begehren ausmacht?
Wenn ein starker Impuls, eine Sehnsucht oder ein Begehren durch unser Gehirn geht, glaubt man dann nicht, dass er die kleinen Gehirnzellen beseelt?
Wird jede einzelne Zelle nicht zu einem Tropfen des gesamten Impulses, den wir selbst wahrnehmen?
Diese kleinen Formen von Leben werden also in gewisser Weise mitschuldig an unserem Impuls, unserem Begehren, unserem Leben.
Wie sollten wir sonst unsere Hand oder unseren Fuß heben, unsere Zunge oder Augenlieder bewegen?
Wenn sich unser Wunsch, unsere Hand oder unseren Fuß zu heben, unsere Zunge oder Augenlider zu bewegen, nicht in bestimmten Situationen auf die entsprechenden Stellen übertragen und sie mit jener Kraft beseelen könnte, die unser Wunsch darstellt, was sollte dann diese Teile unseres Körpers dazu bringen, unseren Gedanken Folge zu leisten und unseren Wunsch zu erfüllen?
Da es eine Tatsache ist, dass unsere Muskulatur wie auch unser Blut und Nervensystem aus kleinen Zellen aufgebaut sind, die lebendige kleine Organismen sind und die ihre Identität mit dem Leben dadurch bestätigen, dass sie im Prinzip sowohl dessen Ernährungs- als auch Vermehrungsgesetzen unterworfen sind oder andere der Erscheinungen aufweisen, die unerschütterliche Symptome oder Kennzeichen von Leben sind, müssen diese kleinen Wesen oder Lebensformen auch Mentalität repräsentieren. Wenn sie aber Mentalität, d.h. Bewusstsein, haben, glaubt man dann nicht, dass dieses Bewusstsein durch den Impuls oder jene Kraft beseelt wird, die unser Wunsch repräsentiert, und zwar so, dass er auch zu ihrem Wunsch wird? Anderenfalls müssten die genannten kleinen Zellen oder Mikrowesen tote Erscheinungen sein, deren Funktion dann eine Automatfunktion sein müsste, die ausschließlich von außen ausgelöst wird. Die Tatsachen zeigen aber, dass die Zellen oder Mikrowesen Ausdruck von Leben sind, Lebewesen sind. Dass die Lebensimpulse dieser Wesen ebenfalls von einem in ihrer kleinen Mentalität vorherrschenden Begehren gesteuert werden, ist auch eine Selbstverständlichkeit, da ansonsten überhaupt keine Begründung dafür existierte, dass sie eine Mentalität oder Leben haben. Das Begehren ist also genauso in diesen kleinen Wesen wie in allem anderen Lebendigen die dynamische Kraft in ihrer Aufrechterhaltung des Lebens, in ihrer Entwicklung oder Wanderung vorwärts. Aber woher sollten sie die Kraft bekommen, wenn diese nicht wie all ihre sonstige Lebenskraft, physische Nahrung etc. von jenem Makroindividuum käme, in dem sie Mikroindividuen sind? Und warum sollte es nicht dasselbe Prinzip sein, das in unserem eigenen Gehirn, in unserer eigenen Mentalität zur Geltung kommt? Warum sollten die Impulse oder die Begehrenskräfte, die uns beseelen, nicht Tropfen dieses Ozeans sein, d.h. Tropfen eines Bewusstseinsimpulses von einem Wesen, das so groß ist, dass wir im Verhältnis zu ihm nur dessen Mikrowesen darstellen? Warum sollte für uns nicht genauso gut das gelten, was für die Lebewesen gilt, aus denen unser Organismus besteht? Warum sollte dieses Prinzip in Erscheinungen, die über uns liegen, nicht genauso gelten wie in denen, die unter uns liegen? Warum sollte es im Makrokosmos nicht genauso zur Geltung kommen oder das leitende Prinzip sein, wie es das leitende Prinzip im Mikrokosmos ist, insbesondere da der Makrokosmos doch in Wirklichkeit nur eine Fortsetzung des Mikrokosmos ist? |
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