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Der große Schöpfungsprozess und die Ideale des Erdenmenschen. Die Ideale, die früher nach "Walhall" führten, führen heute ins Zuchthaus, zu Strafen und Entwürdigung, während die Ideale, die früher ins Totenreich "Hel" führten, heute ins "Himmelreich" führen  915. Dass dieses von den Erdenmenschen erstrebte Ziel – das Glück oder das körperliche und seelische Wohlbefinden – im Weltplan oder im Verwandlungsprozess des Planeten für das Individuum vorgesehen ist, ist uns ebenfalls klar. Es ist bereits ein Überfluss an Ressourcen zu diesem Zweck geschaffen worden, und zugleich sind die innere erdenmenschliche mentale Einstellung, seine Sehnsüchte oder Begehren ausschließlich auf dieses Ziel gerichtet. Glaubt man nicht, dass diese Lebensressourcen und dieses Ziel der Menschen füreinander bestimmt sind? Warum sollten sie sonst einander gegenüberstehen, so wie es eben der Fall ist? Warum sonst sollten die Sehnsüchte der Erdenmenschen auf genau diese Ressourcen gerichtet sein? Zu welchem Nutzen sollten sonst diese Ressourcen und dieses Streben der Menschheit nach ihnen sein? Ist es nicht gerade, wie wir schon erwähnten, eine Tatsache, dass die Mentalität der Menschen wächst? Findet nicht im Gerechtigkeitssinn der Erdenmenschheit eine ständig zunehmende Entwicklung statt? Wird nicht ihr Polizei- und Rechtswesen immer mehr humanisiert? Ist Kultur nicht dasselbe wie eine wachsende Bekämpfung jeglicher Asozialität? Ist es nicht Humanität, wofür die Menschen kämpfen oder zu kämpfen glauben – an den Kriegsfronten genauso wie innerhalb der heimischen Mauern? Ist das Gegenteil von Humanität nicht dasselbe wie Barbarei? War es nicht einmal so, dass diese Barbarei in Wirklichkeit innerhalb des menschlichen Strebens einen Ehrenplatz hatte? War der Weg nach "Walhall"* nicht eine Wanderung über die Vernichtung und Verstümmelung, Folter und Versklavung von Mitwesen ohne irgendeinen anderen Grund als eben Macht-, Mord- und Kampfesfreuden? Waren nicht Menschenrechte, Gerechtigkeit und Wohltaten anderen Wesen gegenüber als denen, mit denen man eine verschworene Gemeinschaft bildete, eine Art entehrende Erscheinung? Ja, war nicht ein natürlicher Tod geradezu der Eingang zur damaligen "Hölle" oder zum Totenreich "Hel"**? War es nicht so, dass nur die, die auf dem Schlachtfeld starben, diejenigen, die im Kampf starben, sich Hoffnung machen konnten, in das damalige "Himmelreich" oder Heldenreich zu kommen zu den dort wartenden Herrlichkeiten: Speck und Met und schöne Walküren? Ja, man kann nicht behaupten, der große Schöpfungsprozess hätte den Zustand der Dinge nicht in Richtung Humanität verwandelt. Ist das höchste Ideal der Erdenmenschheit inzwischen nicht dies geworden: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"? Ja, ist dieses Ideal nicht durch die Staatskirchen der Kulturen autorisiert worden? Und ist diese Autorisierung nicht bis zu einem gewissen Grad durch die juristischen Gesetze und das Rechtswesen der Kulturstaaten abgestützt worden? Ist es nicht verboten, zu morden, zu töten, zu verstümmeln oder auf andere Weise seinem Nächsten irgendeine Art größeren Schadens zuzufügen? Dass die Individuen der Staaten dieses hohe Ideal noch nicht hundertprozentig praktizieren können, entkräftet ja nicht das Vorhandensein des wachsenden oder entstehenden Humanismus. Sind die Strafanstalten, Zuchthäuser und Gefängnisse der Staaten nicht zu einem neuen "Hel" geworden, wo man gerade heute all die Individuen hinschickt, die man früher als glorreiche Helden oder Anwärter auf "Walhall", auf den Lieblingsort der Götter, ansah? Werden diese genannten Institutionen der Kulturen nicht gerade von Wesen bevölkert, die in größerem oder geringerem Grad imstande gewesen sind, jene Heldenmoral zu praktizieren, die ihnen in der Vergangenheit in entsprechendem Maße die Gunst der Götter eingebracht hätte? Sind sie nicht Wesen, die mehr oder weniger körperlich oder mental ihren Nächsten ermordet, getötet, verstümmelt oder gefesselt und gebunden haben? Ist es nicht Ausdruck von Humanität, wenn die Kultur heute diese so "heldenmutigen" Bezwinger und Unterdrücker ihrer Nächsten hinter die entehrenden Eisengitter, Schloss und Riegel des neuen "Hels" bringt und allen das "Himmelreich" verspricht, die die linke Wange hinhalten, wenn sie auf die rechte geschlagen wurden, womit sie früher in der Schamecke der Götter oder im "Hel" gelandet wären?
 
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* Walhall: altnordisch "Halle der Gefallenen", in der nordgermanischen Religion der Aufenthaltsort der in der Schlacht Gefallenen. Quelle: Meyers kleines Lexikon Religionen.
** Hel: in der germanischen Mythologie Name des unterirdischen Totenreiches und seiner Herrscherin. Quelle: Meyers kleines Lexikon Religionen.


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