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(639-1052) 
 
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Der vollkommen "freie Wille" des Ichs  955. Wie wir bereits wissen, ist das Schicksalselement des Ichs mit den Talentkernen der Regieraum des "Schicksalstheaters", von dem aus die Impulse zum "Maschinenraum" oder zur "technischen" Abteilung des Theaters, dem "Unterbewusstsein", geleitet werden, wo sie in Form von Automatfunktionen das versteckte Fundament für die Auslösung jener "Kulissenkombination", jener "Maskierung" der "Mitspieler" (Gott und Gottessohn) oder jener "Bühneneinrichtung" darstellen, die in der Lage sind, dem "Zuschauer" die Fassade des Schicksalsspiels für die Erfüllung dessen Zieles nahezubringen, das in erster Instanz wie gesagt dies ist: eine Demonstration der "Hölle" zu sein oder eine Einweihung des Gottessohnes in einen der beiden Generalfaktoren oder Kontraste des Lebenserlebens selbst. Der ewige "Zuschauer" des Lebenserlebens (das Ich) wird dadurch seine Existenz und Struktur erleben und sehen, dass sie keine ewig im voraus festgelegte, in eine Richtung ausgerichtete Automatfunktion ist, die nur zulässt, dass das Ich ausschließlich die Lebensgesetze erfüllt und dadurch permanent in der höchsten Kulmination der Vollkommenheit oder des Empfindens von Wohlbehagen erstrahlt. Ein solches Wohlbehagen wäre nämlich kein Produkt der Willensfreiheit, wäre kein Produkt einer Wahl oder der Überwindung, des Trainings, der Übung und wäre damit völlig jener Schöpferfreude beraubt, die jetzt der treue Begleiter jeder noch so kleinen Aneignung neuen Könnens ist. Das Hervorbringen oder Erschaffen von Genialität, Vollkommenheit oder Liebe könnte also ausschließlich nur das Produkt einer mentalen Zwangsjacke sein und müsste früher oder später das Ich veranlassen, nach Befreiung zu rufen und zu schreien, ganz abgesehen davon, dass eine solche "Zwangsjacke" überhaupt nicht existieren kann. Die Manifestation von Vollkommenheit durch das Ich ist kein Produkt seiner Anbindung an eine unverrückbare Fähigkeit, sich nicht anders manifestieren zu können. Gerade dadurch, dass das Ich den totalen Gegensatz zu Vollkommenheit, Wohlbefinden oder Behagen erleben kann, wird sein vollkommen "freier Wille" oder seine absolute Souveränität zur Tatsache. Das "Schicksal" ist denn auch wie erwähnt ein "Schauspiel", in dem die beiden Kontraste gleichermaßen durch das Ich manifestiert und erlebt werden, je nach seinem Willen, Wunsch oder Begehren. Das Schicksalsspiel repräsentiert also ganz präzise den Spielraum, der notwendig ist, damit das Ich mit einem existierenden absoluten "freien Willen" auftreten kann. Dieses Spiel gewährt also dem Ich den Spielraum in oder den Zugang zu allen existierenden mentalen Bereichen, die überhaupt als normaler Wunsch oder Begehren in seinem Bewusstsein entstehen können. Das Ich kann also die Zufriedenstellung jedes beliebigen normalen Wunsches erreichen. Alles, was es sich wünschen kann, kann prinzipiell nur die eine oder andere Nuance von Liebe oder von Hass sein. Was es sich auch wünschen mag – gleichgültig, in welcher Form von Schöpfung es ein Genie werden möchte –, seine Schöpfung wird nur einen Grad entweder von Mord oder von Zärtlichkeit repräsentieren. Will es sich selbst und das, was es für sein Eigentum hält – seine Religion genauso wie materielle Dinge –, anderen Wesen gegenüber verteidigen, dann besteht seine Verteidigung aus einem Grad von Mord. Wünscht es sich demgegenüber, sowohl in seiner gewöhnlichen Arbeit als auch in der Kunst, schöne und vollkommene Dinge erschaffen zu können, so kann diese Schöpfung in Wirklichkeit nur ein Grad von Liebe oder von Zärtlichkeitsauslösung sein, da dies, ein Ding schön und vollkommen zu machen, nur dasselbe sein kann, wie das Ding zu einem entsprechenden Genuss und zur Inspiration für denjenigen zu machen, der das Ding betrachten wird. Und ein Ding, das zu betrachten Genuss und Inspiration bedeutet, kann für denjenigen, für den es ein Genuss ist, nur als eine Art "Zärtlichkeit" zu bezeichnen sein. Alles, was überhaupt normalerweise gedacht werden kann und daher zu einem Wunsch oder Begehren werden kann, liegt somit innerhalb des Bereichs des Schicksalsspiels und kann innerhalb dessen erfüllt werden. Und damit wird der totale "freie Wille" des Ichs hier also als absolute Wirklichkeit sichtbar. Es kann sich wünschen, "Böses" zu tun, und bekommt diesen Wunsch erfüllt, genauso wie es sich wünschen kann, "Gutes" zu tun, und bekommt auch diesen Wunsch erfüllt. Welche anderen Wünsche kann es haben oder was sonst kann es wollen? Überhaupt nichts. Denn das, was es sich dann wünschen würde, wäre – wenn auch dem Individuum selbst unbewusst und ganz unabhängig davon, in welcher Verkleidung diese Wünsche aufträten – nur ein Ausradieren des Ichs selbst und der mit ihm verbundenen ewigen Gesetze, auf denen die Denk- oder Bewusstseinsfähigkeit oder das Leben selbst basieren. Aber ein solches Ausradieren ist vollkommen ausgeschlossen, da das Ich an sich nicht zum "Erschaffenen" gehört und daher auch nicht ausradiert werden kann, denn nur das Hervorgebrachte oder "Erschaffene" kann wieder "zunichte gemacht" werden.


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