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   Ziff.:  
(639-1052) 
 
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Das geistige Unvermögen des Materialisten  962. Ganz anders verhält es sich mit den Wesen, die in der Entwicklung so weit gekommen sind, dass die Instinktfähigkeit stark degeneriert ist, und die daher in besonderem Maße angefangen haben, mit Hilfe der Intelligenz wahrzunehmen. Bei diesen Wesen ist ein gewaltiger Hunger nach Faziten entstanden. Und durch diese neue Fähigkeit kann sich das Individuum ja eine Flut von Kenntnissen aneignen. Aber diese Kenntnisse sind nur Maß- und Gewichtsfazite. Durch diese Kenntnisse glaubt das Wesen in erster Instanz vollkommen, den "Stein der Weisen" gefunden zu haben. Es glaubt, dass die Lösung aller Lebensrätsel in Maß- und Gewichtsfaziten besteht und dass alles, was außerhalb dieser Fazite liegen soll oder was nicht in Graden, Maßen und Gewicht angegeben werden kann, unwirklich ist, Phantasie oder Aberglaube ist. Da alles, was in Maß- und Gewichtsfaziten angegeben werden kann, ausschließlich nur Materie sein kann – d.h. Energie, Vibration, Bewegung, Strahlen und Wellen, feste, flüssige, gasförmige und geistige Stoffe oder tote Kräfte –, "betet" das kalte oder nüchterne Intelligenzwesen also diese toten Kräfte an. Alles um dieses Wesen herum ist in Wirklichkeit "tot". Der Makrokosmos besteht aus toten Kräften, ist ein Spiel von Zufälligkeiten. Der Mikrokosmos wie auch der Zwischenkosmos besteht ebenfalls aus toten Kräften. Alles ist ein Spiel von Zufälligkeiten. Diese Zufälligkeiten sind wiederum ein Resultat vorausgegangener Zufälligkeiten und so weiter bis ins Unendliche. Die gesamte Auffassung des Materialisten vom Universum, Weltall oder von allem, was existiert – und damit seine Auffassung vom Leben –, besteht somit unerschütterlich aus dem "Tod". Er erlebt zwar, dass er selbst wie auch ein großer Teil der anderen Wesen im Zwischenkosmos und im Mikrokosmos "lebendig" ist, und er beteiligt sich daran, diese Erscheinungen als "Lebewesen" zu bezeichnen, aber seine wissenschaftlichen Einsichten in oder Kenntnisse über diese Erscheinungen münden nur in Maß- und Gewichtsfazite. Seine Analysen der Erscheinungen werden lediglich zu Zahlbegriffen. Ihr Inhalt ist lediglich ein Bericht darüber, was sie wiegen, was ihre Maße sind, was ihr Volumen, ihre Farbe, ihr Alter, ihre spezielle Natur oder Entfaltungsweise usw. ist. Diese Kenntnisse des Materialisten beinhalten also nicht einen einzigen Begriff des "Lebendigen" selbst. Sie sind ausnahmslos alle nur ein Bericht über äußere Kombinationen von Bewegungsarten, Reaktionen in der Materie, die er zwar "Lebewesen" nennt, deren Leben aber im absoluten Sinne total außerhalb seines tagesbewussten Horizonts liegt. Das "Lebendige" oder das, was die Materienkombinationen oder Organismen und die von ihnen ausstrahlenden Bewegungsarten und Reaktionen zum Ausdruck von Leben macht – also jenes "Etwas", dessen Vorhandensein in einem Organismus diesen "lebendig" macht bzw. dessen Entfernen aus diesem Organismus diesen zu einer "Leiche" macht –, ist in seinen Analysen gleich "nichts". Jede Aussage über die Existenz eines solchen "Etwas" ist für den Materialisten eine Äußerung reiner "Naivität", ist hundertprozentiger "Aberglaube". Seine Sinne und seine Auffassungsfähigkeit befinden sich in einem Stadium, in dem sie ausschließlich nur mit der Materie in Kontakt kommen können, die ja identisch ist mit allen Formen von Energie und den durch sie ausgelösten Reaktionen. Aber "wer" die Energien dirigiert und damit jenen logischen Schöpfungsprozess auslöst, der die Erde aus ihrem Feuerzustand in den heutigen vollkommenen Schauplatz animalischen Lebens verwandelt hat, ist für ihn überhaupt noch nicht zu einer Frage geworden. Seine Intelligenzfähigkeit ist – trotz einer so herausragenden Entwicklung in der Maß- und Gewichtsanalysierung, dass er eventuell Doktor oder Professor sein kann – auf dem wirklichen geistigen Gebiet oder auf dem eigentlichen Terrain des "Lebendigen" selbst noch so elementar oder unvermögend, dass für ihn der "Zufall" als höchste Erklärung des Lebensmysteriums oder als einziges "wissenschaftliches" Fazit absolut ausreichend ist. Er verkündet also die Verleugnung der Existenz des "Lebendigen" in ihm selbst, obwohl diese Verleugnung ohne eben jene Existenz vollkommen unmöglich wäre, da er dann nur eine Ansammlung zufälliger Bewegungsarten oder Energiekombinationen wäre. Weiter kann ein Wesen von der Wirklichkeit oder Wahrheit wohl nicht entfernt sein. Guten Glaubens die Verleugnung der Existenz seines eigenen wirklichen "Selbst" vor seiner Umwelt zu verkünden, ist doch die Kulmination der Unwissenheit und zugleich die Kulmination der Unwahrheit. Und so sehen wir hier das Lebewesen in seinem größten geistigen Unvermögen oder wie es am weitesten von der Gottheit und sich selbst entfernt ist.


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