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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(639-1052) 
 
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Weshalb das Kulminationserleben sowohl der Finsternis als auch des Lichtes entsteht und welche Konsequenzen dies hat  974. Aber wozu dieser Überfluss an Sättigung? Weshalb wird dem Gottessohn gerade sein Begehren nach Licht oder mentalem Sonnenschein bis zu einem solchen Grad erfüllt, dass dieser Sonnenschein sein Leben geradezu zu einer Wüste macht, in der er verschmachtend um Hilfe rufen muss? Und weshalb wird ihm sein Begehren nach Finsternis oder dem "Bösen" bis zu einem ebensolchen Überfluss befriedigt, dass er auch hier denselben Wüstenzustand erlebt und verschmachtend um Hilfe oder nach Befreiung rufen muss? Wäre es nicht vollkommener, ihn Licht und Finsternis oder Regen und Sonnenschein in einer permanenten und so angepassten Kombination erleben zu lassen, dass die "Wüste" niemals in seinem Bewusstsein entstehen könnte? Nein, wie sollte das denn möglich sein? Wer kann eine vollkommenere Form der Struktur des Lebens nachweisen als die, die eben existiert? Wenn das Individuum sowohl das Licht als auch die Finsternis bis zu einem solchen Überfluss erlebt, dass diese beiden Erscheinungen in ihrer jeweiligen Periode als Automatfunktionen kulminieren – oder von "A-Wissen" zu "B-Wissen" und schließlich zu "C-Wissen" werden, was bedeutet, dass sie zu totalen Überbewusstseinsfunktionen geworden sind, so dass sie das Tagesbewusstsein nicht länger mit Beschlag belegen und somit keine wachen bewussten Gedanken mehr sind –, muss das Tagesbewusstsein damit notwendigerweise dementsprechend gedankenarm werden, und es muss ihm das Material für seine Beschäftigung fehlen. Und ein solcher Mangel ist doch dasselbe wie mentaler Hunger. Dieser mentale Hunger entsteht somit nach jedem Kulminationserleben sowohl des Lichtes als auch der Finsternis. Nach dem Kulminationserleben des Lichtes kann der mentale Hunger des Wesens nur durch die Gedankenarten befriedigt werden, die einen Kontrast zum Licht bilden und deshalb der Disharmonie oder der Finsternis angehören, so wie das Umgekehrte nach dem Kulminationserleben der Finsternis der Fall ist, wenn der Hunger nur durch Gedankenarten gesättigt werden kann, die einen Kontrast zur Finsternis oder Disharmonie bilden. Die Erdenmenschheit hat also mehr oder weniger das Kulminationserleben der Finsternis passiert und hungert deshalb in entsprechendem Grad mehr oder weniger nach Frieden, nach Harmonie, nach Licht. Die Finsternis kann den mentalen Hunger der Erdenmenschheit nicht mehr stillen. Sie sehnt sich nach jedem Kontrast zur Finsternis. Und nun ist das Licht das stark begehrte Ziel ihres Kampfes. Aber wenn sie die Finsternis nicht bis zu einem solchen Grad hätte erleben dürfen, wie es eben der Fall ist, hätte sie es niemals erreicht, dass ihr wacher tagesbewusster Horizont mit Kenntnissen darüber, wie viel das Licht und die Harmonie oder der Frieden in Wirklichkeit wert sind, erweitert worden wäre.


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