Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das erlebende "Etwas" und das "Erleben des Lebens" machen zusammen eine untrennbare, ewige Einheit aus, die wiederum dasselbe ist wie das "Lebewesen", das Selbst oder das Ich |
1064. Da sich aber dieses direkte Erleben des Lebens als logische Schöpfung enthüllt, die wiederum dasselbe ist wie willengeführte Bewegung, offenbart diese Schöpfung den Sinnen also indirekt ein hinter der Schöpfung existierendes, willenführendes "Etwas".
Wir sind hier zu jenem "Etwas" gekommen, das das Leben erlebt.
Dieses indirekt erfasste "Etwas" in Verbindung mit dem "Erleben des Lebens" nennen wir "Lebewesen".
Diese beiden Phänomene sind unerschütterlich auf die Existenz des jeweils anderen angewiesen und können niemals, in welcher Situation auch immer, auf die Gesellschaft des anderen verzichten.
Könnten sie einander loslassen, wäre eine totale Stille unweigerlich der daraus folgende Faktor.
Wenn aber eine totale Stille zum Faktor geworden wäre, wie sollte dann das vorher "erlebende Etwas" wieder mit dem "Erleben des Lebens" in Verbindung kommen? –
Das "erlebende Etwas" und das "Erleben des Lebens" sind also ewig aneinander gebunden wie eine untrennbare Einheit.
Und durch diese Untrennbarkeit taucht das Ewigkeitspanorama in der Analyse oder der Geschichte des Lebewesens auf.
Das Lebewesen enthüllt sich hier also vor uns als ein "Etwas", das das "Zeitliche" ausmacht und deshalb den Gesetzen des "Zeitlichen" unterworfen ist, und als ein "Etwas", das über das "Zeitliche" erhaben ist und deshalb außerhalb der Gesetze des "Zeitlichen" existiert. Wir sind hier zu dem "Etwas" im Lebewesen gekommen, das sich selbst in Gestalt eines inneren Zentrums erlebt, das sich "außerhalb" und "innerhalb" jedes erschaffenen Phänomens "denken" kann, gleichgültig, als wie fest, flüssig, gasförmig und strahlenförmig oder geistig dieses auch auftreten mag, und gleichgültig, als wie groß oder klein, wie verschlossen oder offen es auch vorkommen mag. Es wird also durch Erleben zur Tatsache, dass die Existenz dieses Zentrums und seine Immunität gegenüber Zeit und Raum oder Analyse nicht bloße Theorie ist, sondern dass sie vielmehr geradezu eine unumstößliche praktische Wirklichkeit ausmacht. Diese Wirklichkeit ist das, was wir als "Selbst" oder "Ich" im Lebewesen bezeichnen. |
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