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(1053-1590) 
 
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Das "Lebewesen" kann nur entweder als "liebevoll" oder als "lieblos", entweder als "primitiv" oder "intellektuell" usw. existieren, anderenfalls ist es nicht "lebendig"  1074. Da das "Lebewesen" nur als Einheit, bestehend aus "Zeit" und "Ewigkeit", existieren kann, ist es unmöglich, von dieser Einheit oder dem "Lebewesen" eine rechtmäßige Analyse zu erstellen, wenn man das eine oder das andere dieser beiden Phänomene ignoriert und somit nur eines von beiden erkennt. Wenn wir deshalb über das "Lebewesen" sagen, dass es weder liebevoll noch lieblos ist, ignorieren wir damit vollständig seine Identität mit der "Zeit" oder dem "Jetzt" und heben nur die "Ewigkeit" hervor. Aber wenn es bloß die "Ewigkeit" ist, dann ist das Wesen ja überhaupt kein "Lebewesen". Es muss, um ein "Lebewesen" sein zu können, auch das "Jetzt" sein. Aber das "Jetzt" kann unmöglich mehr sein als ein einzelner realer Kontrast. Es kann nicht gleichzeitig eine reale, praktische Manifestation des Gegenteils dieses Kontrastes sein. Man muss sich daran erinnern, dass es das "Jetzt" ist, in dem jegliches reale oder praktische Erleben vor sich geht. Man kann nicht in demselben "Jetzt", in dem man seinen Mund öffnet, ihn gleichzeitig schließen. Nur jeweils ein Kontrast zurzeit ist wie gesagt im "Jetzt" möglich. Es ist zwar richtig, dass andere Kontraste im "Jetzt" vorhanden sein können, aber nicht als reale oder praktische Erlebnisse, sondern vielmehr nur als "gedachte" Gegensätze basierend auf Erinnerungen aus der "Vergangenheit" oder den hierauf beruhenden "gedachten" Vermutungen über die "Zukunft". Das "Lebewesen" kann deshalb im realen, praktischen Auftreten nicht beides im "Jetzt" sein: "liebevoll" und "lieblos". Es kann nur entweder das eine oder das andere in demselben "Jetzt" sein. Und da es ohne das "Jetzt" kein "Lebewesen" ist, kann man auch nicht zu Recht sagen, dass das "Lebewesen" sowohl "liebevoll" als auch "lieblos" ist. Seine Existenz als "Lebewesen" wird ja ausschließlich dadurch bedingt, dass es eben nur ein Ding nach dem anderen sein kann. Wenn es in demselben "Jetzt" beide Dinge sein oder beide Kontraste manifestieren könnte, so existierte es ja nicht, weil der eine Kontrast dann den anderen aufheben müsste und sein Auftreten wäre gleich "X" oder ein bloßes "Etwas, das ist", was aber die Analyse des Ichs ist. Das Ich alleine kann jedoch nicht das "Lebewesen" sein. Dieses Wesen existiert nur dadurch, dass die Kontraste eben nicht gleichzeitig manifestiert werden können, sondern nur abwechselnd, was durch den Kreislauf oder "X2" und "X3" an Gesetzmäßigkeiten gebunden ist. Das "Lebewesen" kann daher eben nur entweder "liebevoll" oder "lieblos" sein, entweder "groß" oder "klein", entweder "schön" oder "hässlich", "böse" oder "gut" usw., denn anderenfalls ist es nicht "lebendig". Das Leben, d.h. das Erleben selbst, ist ja gerade ausschließlich dieses eine: Kontraste oder Gegensätze zu erkennen, was unmöglich wäre, wenn diese in demselben Erlebensaugenblick (dem Jetzt) auf eine solche Weise vorkämen, dass sie einander total aufheben würden. Und ohne das Erleben der Kontraste gäbe es kein Leben, und ohne das Leben existierte nur "etwas, das ist". Über dieses "Etwas" kann man demgegenüber zu Recht sagen, dass es weder "böse" noch "gut" ist, dass es weder "schön" noch "hässlich" ist oder auf andere Weise irgendetwas anderes ist als seine Analyse: "Etwas, das ist". Auf das "Lebewesen" kann eine solche Analyse jedoch nicht angewendet werden, weil man ihm damit, wenn auch unbewusst, die Erlebensfähigkeit selbst und damit sein Leben total abspräche. Und "etwas" ohne Leben kann nicht "lebendig" sein. Es muss deshalb immer vorausgesetzt werden, dass diese Art von Aussagen über das "Lebewesen" nur für dieses "Etwas, das ist", gelten kann, d.h. für das Ich oder die "Ewigkeit" und nicht für sein Auftreten als "Lebewesen", als "Jetzt" oder "Zeit". In diesem letztgenannten Auftreten ist es ja identisch mit den wechselnden Kontrasten und muss denn auch eins mit diesem oder jenem Kontrast sein, der im Erlebensaugenblick der herrschende oder reale ist. Und dieses Einssein mit dem genannten Kontrast muss die absolute Analyse des Lebenserlebens sein, bis er von seinem Gegensatz verdrängt wird, der dann zur rechtmäßigen Analyse des Lebenserlebens oder des "Jetzt" werden muss.


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