Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Urerleben des "Raumes" und die erste Markierung des Ichs als "Lebewesen" | 1078. Aber was ist mit der Moralität des Erdenmenschen? – Die beruht ja nur auf dem "Zeitlichen". Ist das genannte Wesen trotzdem "böse"? – Kann es trotz allem doch "ungerecht" sein und kann es selbst das Objekt von "Ungerechtigkeit" sein? – Wenn das der Fall ist, wie kann es dann richtig sein, dass "alles sehr gut ist"? – Ja, um hier eine klare Orientierung zu bekommen, müssen wir etwas bei der perspektivischen Natur des Wahrnehmungsbereichs verweilen. Wir haben ja bereits durch den bisher hinter uns gelassenen Stoff des "Livets Bog" einen solchen Einblick in das Mysterium des Sinneserlebens bekommen, dass wir wissen, dass alles vom Auge abhängig ist, das sieht, oder mit anderen Worten gesagt, dass jegliche Wahrnehmung auf dem "Perspektivprinzip" beruht. Jede Sinneswahrnehmung, jedes Erleben ist also ein perspektivisches Verhältnis, das wiederum alle Erlebnisse "relativ" macht. Da jede Wahrnehmung nur identisch mit der "Zeit" selbst sein kann und die "Zeit" wiederum nur als ein ewig wechselndes "Jetzt" erlebt werden oder existieren kann, kann dieses "Jetzt" nicht existieren, ohne durch diesen "Wechsel" geprägt zu sein. Ja, dieses "Jetzt" ist ja in die verschiedenen "Wechsel" einzuteilen. Da es also ewig wechselt, ist zum ersten Mal von dem Begriff "Unterschied" die Rede, oder davon, dass etwas "unterschiedlich" sein kann. Da die Natur, die das "Jetzt" im Erlebensaugenblick aufweist, wegen des "Wechsels" nur "vorübergehend" ist und damit abgelöst werden muss von einer anderen Natur, die im nächsten Augenblick das "Jetzt" einfärben oder beherrschen wird, ist hier von dem "Jetzt" die Rede, das im Augenblick dominiert, und vom "Jetzt", das kommt, so wie ja auch vom "Jetzt" die Rede ist, das früher dominiert oder existiert hat, und das vom derzeitigen "Jetzt" abgelöst wurde. Diese drei Formen von "Jetzt" kennen wir bereits als "Gegenwart", "Zukunft" bzw. "Vergangenheit". Und hier haben wir die erste Form des Erlebens von "Raum" vor uns. Ja, das ist das Urerleben selbst. Da im "Jetzt" also "etwas, das ist" im Augenblick (Gegenwart) existiert, und "etwas, das war" (Vergangenheit), und "etwas, das kommt" (Zukunft), tritt das "Jetzt" in drei Abschnitten auf. Aber ein Abschnitt muss ja "Platz" haben, der wiederum dasselbe ist wie "Raum". Das "Jetzt" tritt also in drei Formen von "Raum" auf, von denen jede wiederum ihre Platzierung um das Ich markiert, und mit dieser Platzierung findet die erste Markierung des "Wahrnehmungsbereichs" des Ichs statt und damit die Markierung dieses Ichs als "Lebewesen". |
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