Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Warum das, was von dem einen Wesen als "Glück" empfunden wird, mitunter von dem anderen Wesen als "Unglück" empfunden wird | 1087. Das oben genannte Erleben ist also das "Glück" in seiner Kulmination. Und um es in dieser Kulmination zu erreichen, muss man also alle darunter liegenden Stufen passieren. Auf diesen Stufen ist das "Glück" natürlich von einer in entsprechendem Maße geringeren Stärke. Das ist denn auch der Grund dafür, dass das "Glück" genauso wie alles andere ein "Perspektivverhältnis" ist. Je höher die Stufe ist, von der aus man es beobachtet, desto vollkommener ist der Überblick, den man über es gewinnt. Das gilt hier natürlich genauso wie für irgendein anderes Ding. Und das ist der Grund dafür, dass wir eben sehen, dass das, was für den einen mitunter "Glück" sein kann, von dem anderen nur als "Unglück" empfunden werden kann. Für einige Wesen bedeutet es "Glück", diesem oder jenem gegenüber Rache zu üben, während es von anderen Wesen fast als "Unglück" empfunden wird, sich "rächen" zu sollen. Von einigen Wesen kann eine Sache nur als "Ungerechtigkeit" angesehen werden, während dieselbe Sache von anderen Wesen als nichts anderes als "Gerechtigkeit" aufgefasst werden kann. Aber was ist dann wahr? – Ja, die Wahrheit ist, dass alle Recht haben. Kann denn etwas gleichzeitig sowohl "gerecht" als auch "ungerecht" sein, sowohl "Glück" als auch "Unglück", sowohl "gut" als auch "böse"? – Nein, das kann es absolut nicht, aber das braucht es auch nicht, damit alle Recht haben können. Es sind ja nicht dieselben Wesen, die die Dinge sowohl als "gerecht" als auch als "ungerecht" ansehen. Die Wesen, die ein Ding als absolut "gerecht" auffassen, können dieses Ding nicht gleichzeitig als "ungerecht" auffassen. Das Wesen, das "glücklich" ist, kann nicht gleichzeitig "unglücklich" sein. In einem solchen Fall würden sich die Kontraste in seinem Wahrnehmungsbereich ja gegenseitig aufheben und sein Lebenserleben wäre damit gleich "X", d.h., dass das Erleben gleich "nichts" wäre. Das Erleben der Wesen ist aber nicht gleich "nichts", sondern gleich "etwas". |
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