Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der "Gedanke" des Lebewesens muss sich gemäß den Lebensgesetzen für "Bewegung" von "Unvollkommenheit", von "Primitivität" zu "Hochintellektualität" entwickeln |
1096. Bevor wir nun dazu übergehen, den rechtmäßigen Platz der einzelnen speziellen Gedankenformen im Kreislauf aufzuzeigen und sie als "vollkommen" oder "unvollkommen" zu bezeichnen, müssen wir uns unerschütterlich klar machen, von welchem Fundament aus ein "Gedanke" als Repräsentant für diesen oder jenen Grad von "Unvollkommenheit", d.h. von unfertigem oder unentwickeltem Zustand, aufgezeigt werden kann.
Was kann denn jenes Fundament sein, auf dem die Qualität des "Gedankens" so entschieden und unerschütterlich festgestellt wird? –
Ja, hier gilt ganz genau dasselbe wie das, was den Grad der Entwicklung eines "Lebewesens" bestimmt.
Wir wissen ja längst, dass die Entwicklung eine Skala von Stufen darstellt, die sich von "Primitivität" zu "Hochintellektualität" erstreckt.
Dieser Umstand kann nicht erschüttert werden.
Es gibt doch niemanden, der zu Recht behaupten kann, dass das Ziel und die Entwicklung des "Kulturmenschen" in Richtung des "Naturmenschen" weist.
Ist es nicht eine unerschütterliche Tatsache, dass das Umgekehrte der Fall ist?
Ist es nicht eine ebenso unerschütterliche Tatsache, dass unseren Vorvätern alle die verschiedenen Resultate von Intelligenzfunktion fehlten, die die heutige Erde zu einer technischen Wunderwelt gemacht haben, in der die Elemente immer mehr beherrscht und dazu gebracht werden, mit einem bloßen Knopfdruck für den Menschen zu arbeiten.
Ja, ist man nicht sogar schon weit fortgeschritten auf dem Weg, diese Knöpfe von "Fotozellen" oder ähnlichem ablösen zu lassen, wodurch man mit dem bloßen Schatten oder den Ausstrahlungen seiner Hand mächtige Kraftanlagen in Funktion setzen kann und damit die Elemente dazu bringt, die gewünschte "Schöpfung" für sich hervorzubringen?
Es ist richtig, dass die große Begabung nicht die todbringende Entfaltung des Erdenmenschen, seine Kriegsmanifestation und seinen egoistischen Gebrauch der Ellbogen bis zu Tod und Verstümmelung des "Nächsten" verringert hat, aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass die materielle Begabung selbst und das hierdurch auftretende Können eine gigantische Höhe erreicht haben im Verhältnis zu dem, was unsere Vorfahren im Hinblick auf ihr Verhältnis zu den Elementen oder Naturkräften leisten konnten.
Dass Tod und Untergang, der egoistische Gebrauch der Ellbogen über die Leiche und das Unglück des "Nächsten" hinweg, eine Gedankenart ist, die sich in ihrer Entwicklung nicht auf gleicher Höhe mit der technischen Gedankenart und dem technischen Können befindet, sondern vielmehr ein Stück dahinter zurückbleibt, ist nur das, was durch die hier begonnenen Analysen der Gedanken des "Lebewesens" zur selbstverständlichen Tatsache wird.
Überall folgen die Schöpfungsprozesse der Natur einer logischen Reihenfolge. Die Erschaffung der Erde z.B. verlief nur gradweise von einem unvollkommeneren zu einem immer vollkommeneren Zustand, bis sie schließlich für Pflanzen, Tiere und Menschen bewohnbar wurde. Der Embryo im Mutterleib entwickelt sich von einer mikroskopisch kleinen Zelle zu einem vollkommenen Organismus für ein "Lebewesen", der Sommer entwickelt sich gradweise aus dem Frühling und der Herbst aus dem Sommer usw. Absolut nichts von dem, was dem großen Schöpfungsprozess der Natur unterworfen ist, der ja als der absolut vollkommenste, der existiert, anerkannt werden muss, tritt chaotisch auf. Und keiner der genannten Fälle entwickelt sich in umgekehrter Reihenfolge, so dass die Erde zu einem leuchtenden Nebel wird und im Weltraum verschwindet und der Organismus des "Lebewesens" zu einer mikroskopisch kleinen Zelle wird, und ebenso wenig entwickelt sich der Sommer zum Frühling anstatt zum Herbst. Und in diesem speziellen Gesetz der Natur für Bewegung oder Schöpfung macht der "Gedanke" des "Lebewesens" keine Ausnahme. Der "Gedanke" beginnt auch in einem ziemlich primitiven Zustand, um sich immer weiter zu einer vollständigen, hundertprozentigen Vollkommenheit zu entwickeln, d.h. zur absoluten "Genialität". |
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