Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die "äußere Welt" ist eine "Arbeits-Ebene", während die "innere Welt" oder das "Seligkeitsreich" eine "Ruhe-Ebene" ist | 1113. Was ist nun der Zweck dessen, dass das Wesen die Ereignisse oder das Dasein zum zweiten Mal erlebt? – Um den Zweck dieses "Wiedererlebens" der Ereignisse zu verstehen, muss man sich in erster Linie den Unterschied klarmachen, der zwischen dem Erleben der Ereignisse auf der physischen Ebene und ihrem "Wiedererleben" auf der "Seligkeitsebene" besteht. Die beiden Formen des Erlebens sind nämlich höchst verschieden. Die physische Form ist eine reale, schicksalsgebundene Erlebensform, in der sich das Wesen eins mit der Materie, eins mit Zeit und Raum fühlt. Es ist in dieser Erlebensform an ein "Alter" gebunden, an ein "Volumen" gebunden und ‒ natürlich in erster Linie ‒ an eine "Schöpfung" gebunden. Es muss sich in der "äußeren, physischen Welt" eins damit fühlen, mühsam die Berge hinauf zu klettern, muss sich mit den Beschwerlichkeiten eins fühlen, Flüsse und Meere zu überwinden. Es fühlt sich eins mit seinem Fall hinunter in den Abgrund, eins mit seinen Verstümmelungen, Krankheiten und Unglücken. Es fühlt sich eins mit seinem Kampf um das tägliche Brot, ja, es fühlt im schlimmsten Falle sein ganzes Leben und Dasein mit seinem Organismus und der damit verbundenen Materie stehen und fallen. Daraus folgt natürlich auch, dass sich das Wesen mit allem eins fühlt, was für diesen Organismus Behagen und Wohlbefinden bedeutet. Aber wie göttlich das auch sein mag – alle Erlebnisse benötigen hier "Schöpfung". Nicht ein einziges Erlebnis kann hier vom Individuum empfunden werden, ohne dass es vorher mehr oder weniger mühsam "erschaffen" oder ausgelöst werden musste mit Hilfe von Konzentration und Willensanspannung, Entfaltung von Energie und Kraft oder einer Auslösung von Spannung zwischen "Feuer" und "Kälte", einer Entfaltung von Gefühl, Intelligenz und Intuition, kurz gesagt mit Hilfe eines permanenten Jonglierens mit allen "äußeren" Energien. Die materielle Erlebensform kann dadurch nur mit dem Gegensatz von "Ruhe" identisch sein. Das "tagesbewusste" materielle Dasein ist somit zur Gänze eine "Arbeitsebene". Da diese Ebene ausschließlich aus "Schöpfung" besteht, was in Wirklichkeit "Aufbau" und "Abbau" bedeutet, kann nur eine Daseinsebene ihr Gegensatz sein, die sozusagen existiert, ohne "Schöpfung" zu sein. Da ein solcher Gegensatz notwendig ist, damit die "Arbeitsebene" überhaupt wahrgenommen oder erlebt werden kann, und dieser Gegensatz wiederum unmöglich auf der materiellen Ebene existieren kann, sehen wir hier etwas von dem Zweck, den zu erfüllen die Mission des "Seligkeitsreichs" ist. Da im "Seligkeitsreich" keine besondere "Schöpfung" innerhalb des "Tagesbewusstseinserlebens" oder der bewussten Wahrnehmung geschieht, wird uns hier eine Ebene vor Augen geführt, die die höchste Form von "Stille" und von entsprechender "Ruhe" repräsentiert, die überhaupt innerhalb der Struktur zur Aufrechterhaltung eines "ewigen" Daseins manifestiert werden kann. |
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