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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(1053-1590) 
 
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Was die Sehnsucht oder das Begehren nach jener "Ruhe" hervorruft, die das Leben im "Seligkeitsreich" ist  1116. Da das Wesen in der "äußeren Welt" ausschließlich nur "erleben" kann, indem es ein "aktiver Schöpfer" ist, ein "aktiver Teilnehmer" an den Phänomenen, die auf die Sinne als "Erlebnisse" reagieren, und es deshalb außerordentlich große Gebiete an "Zeit" und "Raum" für seine Schöpfung und Aufrechterhaltung der "äußeren" Wahrnehmungskörper ‒ d.h. für die Unterstützung im "Kampf ums Dasein", für den "Selbsterhaltungstrieb", den "Paarungstrieb" oder das Bestehen der Art etc. ‒ entbehren muss, fehlen dem Wesen in der "äußeren Welt" in entsprechendem Maße diese Gebiete von "Zeit" und "Raum" für eine wirkliche Kulmination oder einen hundertprozentigen "Genuss" seiner übrigen Schöpfungen und seines Lebenserlebens. Es ist richtig, dass die Erlebnisse in der "äußeren Welt" in großem Ausmaß auch "Genuss" sind, ja sie können sogar ein außerordentlich großer "Genuss" sein, z.B. in der "göttlichen Welt", die ja die Kulmination der "äußeren Welt" im Erleben des göttlichen "Genusses" ist, aber dieser "Genuss" existiert nicht ohne die direkte "Aktivität" des Wesens. Es muss gleichzeitig mit dem "Genuss" das Ding oder dasjenige, was das Objekt des "Genusses" ist, aufrechterhalten. Und diese Aufrechterhaltung kostet Konzentration und Energieentfaltung, was wiederum "Zeit" und "Raum" in Anspruch nimmt. Und in diesem Gebiet von "Zeit" und "Raum" kann der "Genuss" unmöglich in Reinkultur vorkommen. Die Aufrechterhaltung eines Dinges wird ausschließlich durch die "Überwindung" anderer Dinge bedingt. Die "Überwindung" eines Dinges ist "Kampf". Auch wenn dieser "Kampf" im vollkommensten Fall ebenfalls "Genuss" bedeutet, ist er an sich gleichwohl "Arbeit", und "Arbeit" löst wiederum "Müdigkeit" aus. "Müdigkeit" ist wiederum dasselbe wie "Disharmonie", sie ist "mikroskopischer Schmerz" im Nervensystem aufgrund desjenigen Verschleißes an diesem System, den es gekostet hat, das Ding hervorzubringen, das seiner endgültigen Natur nach "Genuss" ist. Der "Genuss" der "äußeren Welt" zieht unweigerlich "Müdigkeit" nach sich, gleichgültig, wie erhaben die Ebene auch sein mag, der er angehört, und gleichgültig, für wie edel und selbstlos er auch angesehen werden mag. Dass somit "Müdigkeit" mit ihm verbunden ist, d.h. also eine Art "Unannehmlichkeit" des "Genusses", wird im Individuum unweigerlich die Sehnsucht nach einem "Genuss" bewirken, mit dem keine "Müdigkeit" verbunden ist, also ein "Genuss", der in hundertprozentiger Reinkultur auftritt.


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