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(1053-1590) 
 
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Die beiden Wesensarten oder die zwei Geschlechter des irdischen Elternprinzips können unmöglich "Nächstenliebe" auslösen, weil ihre organische Struktur bedingt, dass sie nur Wesen des "anderen Geschlechts" begehren und lieben können  1124. Dass das "irdische Elternprinzip" nur durch zwei Wesen repräsentiert werden kann und nicht durch eines so wie das "überirdische", verringert umgehend die bewusstseinsmäßige Kapazität des "Lebewesens". Es kann z.B. in diesem Zustand unmöglich das Gesetz des Daseins erfüllen, das verlangt, dass "man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst". Weil der eine der beiden Pole nur in latenter Form vorkommt, entsteht ein Mangel oder Verlust im Bewusstseinserleben selbst. Das Wesen kann sein "eigenes Geschlecht" überhaupt nicht lieben, d.h. die Wesen lieben, bei denen die Entfaltung desselben Pols latent ist, der auch bei ihm selbst latent ist. Ein solches Wesen kann nämlich nicht den Mangel ausgleichen oder ersetzen, d.h. wiederum den "Hunger" stillen, den der latente Pol hervorruft, weil dieses Wesen ja an demselben "Hunger" leidet. Wenn sich bei dem Wesen der maskuline Pol in einer entwickelten Aktivität befindet und der feminine in einem latenten Zustand, wird es den Drang oder Hunger danach verspüren, zu erobern und zu besitzen, zu leiten und zu führen, zu beschützen und zu verteidigen. Und man wird hier verstehen, dass es überhaupt keine Möglichkeit gäbe, diesen Drang oder Hunger zufriedenzustellen, wenn eine Daseinsebene ausschließlich von Wesen dieser Art bevölkert wäre. Vielmehr gäbe es dann eine unumstößliche Bedingung dafür, die Wesen in eine entsetzliche Disharmonie, in gegenseitigen Kampf und Blutvergießen zu stürzen. Es gäbe überhaupt keinen nennenswerten Lichtblick auf einer solchen Daseinsebene. Um ihren Hunger zu stillen, müssten die Wesen sich gegenseitig mit Macht erobern und den eroberten Wesen ihren Schutz und ihre Diktatur aufzwingen, einen Schutz und eine Diktatur, die sich das eroberte Wesen ja absolut nicht in irgendeiner Form gewünscht hat, weil es doch selbst mit dem Drang erfüllt ist, zu beschützen, zu gebieten und zu befehlen.
      So ist es jedoch glücklicherweise nicht. Das Leben bringt niemals irgendeine uneingeschränkte Sehnsucht oder einen solchen Drang im Wesen hervor, ohne gleichzeitig die Möglichkeit einer Befriedigung dafür zu schaffen. Und es ist diese Befriedigung, die durch die Wesen des "entgegengesetzten Pols" möglich wird, d.h. also Wesen, in denen sich der "feminine Pol" in dominierender Aktivität befindet. Solche Wesen fühlen in ihrer Kulmination genau die Sehnsucht, den Hunger oder Drang, der der vollkommene Gegensatz zum Hunger des "männlichen" Wesens ist. Sie fühlen genau diesen Drang, verteidigt und beschützt zu werden, sie fühlen den Drang, sich einer überlegenen Macht hinzugeben und sich von ihr dirigieren zu lassen. Wir sehen somit, dass die "Lebewesen" hier aus zwei Arten bestehen, von denen jede so gestaltet ist, dass sie als die absolute Zufriedenstellung der Begehren, Sehnsüchte und Verlangen der jeweils anderen Art auftritt. Dass diese Wesensarten damit ausschließlich dafür geschaffen sind, einander zu begehren, ist hier selbstverständlich. Und da sie somit die Zufriedenstellung der höchsten Begehren des jeweils anderen bedingen, ist es ebenso selbstverständlich, dass sie dafür geschaffen sind, sich gegenseitig zu bewundern und Freude zu bereiten.


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