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(1053-1590) 
 
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Die Liebe der Adoptiveltern ist von derselben selbstsüchtigen Natur wie die Liebe der leiblichen Eltern. Familienliebe kann das Gesetz des Daseins nicht erfüllen  1127. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die oben genannte selbstlose Liebe nicht mit dem verwechselt werden darf, was in einer "Adoption" dort zum Tragen kommt, wo diese nur eine Art künstlicher Ersatz oder künstliche Zufriedenstellung eines nicht ausgelebten natürlichen, angeborenen Verlangens danach ist, Kinder zu haben, ein Verlangen, das auf natürliche Weise nicht befriedigt werden konnte. In einer solchen Situation ist es immer noch der unbefriedigte angeborene "Muttertrieb" oder "Vatertrieb", der bei den "Adoptiveltern" zur Geltung kommt. Und man sieht, dass das Verhältnis zwischen ihnen und dem "Adoptivkind" in diesem Fall von einer genauso "selbstsüchtigen" Art ist, wie wenn es ein Kind von ihrem eigenen Fleisch und Blut wäre. Solche Eltern werden sich auch hier auf Kosten fremder Kinder, mit denen sie nichts zu tun haben, bevorzugt um dieses Kind kümmern, falls das notwendig werden sollte. Das "Adoptivkind" ist zu einem Ersatz für einen Teil ihrer selbst, den sie nicht auf natürliche Weise besitzen oder sich erwerben konnten, geworden. Da aber ihr vollkommenes Glück oder Wohlbefinden in Wirklichkeit auf einem solchen Besitz beruht, haben sie sich einen "künstlichen" Besitz in Form des "adoptierten" Kindes verschaffen müssen. Dieses Kind ist also eine Art "Krücke", mit der sie die natürliche Abstützung oder Unterfütterung des normalen Glücksempfindens oder natürlichen mentalen Wohlbefindens auf ihrer Entwicklungsstufe ersetzen. Dass sie diese für sie so notwendige künstliche Unterfütterung ihres natürlichen Wohlbefindens schützen, ist natürlich genauso selbstverständlich, wie es selbstverständlich ist, dass ein Invalide sein künstliches Bein, seine künstliche Hand oder sein künstliches Auge schützt. "Mutter-" und "Elternliebe" und die hiervon ausgehenden anderen Verzweigungen der "Familienliebe" sind somit keine wirkliche "Liebe", solange sie nur als Sympathie für die Wesen zum Tragen kommen, die notwendige Glieder im eigenen normalen Selbsterhaltungstrieb oder im egoistischen Wohlbefinden sind. Wie göttlich die "Familien-" oder "Mutterliebe" auch sein mag, so kann sie doch niemals die Erfüllung des Gesetzes für das Dasein sein, das gebietet, dass "man seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll". Die "Mutterliebe" oder die "Familienliebe" inspiriert im besten Fall einzig und allein dazu, seine "Familienmitglieder", seine Kinder und seinen Ehepartner wie sich selbst zu lieben. Eine Sympathie, die dazu inspiriert, fremde Wesen wie sich selbst zu lieben, hat nichts mit "Familien-" oder "Mutterliebe" zu tun.


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