Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Jede Form von "Liebe" ist im absoluten Sinne eine "sexuelle Behagensempfindung" | 1136. Die sexualorganische Struktur des vollkommenen Wesens weicht also von der des "männlichen" oder "weiblichen Wesens" dadurch ab, dass sie auf den "Nächsten" unabhängig davon reagiert, welches "Geschlecht" oder welches normale "Spezialwesen" dieser "Nächste" repräsentiert. Das klingt natürlich sehr merkwürdig für den noch stark als "Mann" oder "Frau" auftretenden Erdenmenschen, weil er ja nicht imstande ist, eine "sexuelle Reaktion" mit einer anderen Form zu verbinden, als der, die zwischen dem "männlichen" und dem "weiblichen Wesen" zur Geltung kommt. Er versteht somit überhaupt noch nicht, dass jedwede Sympathie, gleichgültig welcher Art sie auch sein mag, ausschließlich eine "sexuelle Behagensempfindung" ist, also eine Art "sexuellen Genusses". Die "Mutterliebe", die "Familienliebe", "wahre Freundschaft", "Kameradschaft" und ähnliches ist eine modifizierte Ausstrahlung von absolut derselben "Behagensempfindung" wie die, die im Paarungsakt eines "männlichen" und "weiblichen Wesens" im Orgasmus zur Kulmination kommt. Es gibt nur eine einzige Sympathie oder eine einzige Art von Liebe im Universum, aber sie wird in Gestalt all der Grade und Schattierungen, Methoden und Prinzipien zur Auslösung gebracht, die für die Erschaffung der Nuancierung des großen Spiralkreislaufs oder für die Erschaffung des Kolorits des Lebenserlebens notwendig sind. Die sogenannte "Liebe" ist somit im absoluten Sinne eine "sexuelle Behagensempfindung". Der Drang nach "Liebe" kann ausschließlich in Form von "Zärtlichkeit" zur Entfaltung kommen. "Zärtlichkeiten" beabsichtigen wiederum die Schaffung einer "Behagensreaktion" in Bezug auf ihr Objekt. Die "Behagensreaktion" kann nur durch eine Berührung der mentalen und physischen Sinne des Objektes, d.h. seines Organismus, ausgelöst werden. Diese Berührung ist somit die Auslösung von "Wollust". Und was ist der "sexuelle Akt" zwischen dem "männlichen" und dem "weiblichen Wesen" anderes? ‒ Beabsichtigt er nicht genau das? – Löst dieser Akt nicht auch eine gegenseitige "Behagensreaktion" in den Sinnen der Partner aus? – Ist er nicht die Auslösung von "Zärtlichkeiten"? – Wenn zwei Kameraden sich zur Begrüßung oder zum Abschied herzlich die Hand drücken oder eine Mutter ihrem Sohn oder ihrer Tochter ebenfalls zur Begrüßung oder zum Abschied einen Kuss gibt, dann ist es eine "Zärtlichkeitsauslösung", was da vor sich geht, also im Prinzip genau dasselbe wie der sexuelle Akt zwischen dem "männlichen" und dem "weiblichen Wesen". Beide Situationen sind "sexuelle Reaktionen", bloß mit dem Unterschied, dass, während die "Zärtlichkeitsauslösung" zwischen dem "männlichen" und dem "weiblichen Wesen" ausschließlich mithilfe der hierzu besonders geschaffenen "Zärtlichkeitsorgane" (Geschlechtsorgane) stattfindet, die "Zärtlichkeitsauslösung" in den anderen genannten Situationen nicht mithilfe besonderer "Zärtlichkeitsorgane", sondern vielmehr mit Hilfe anderer Teile des Organismus (Hände, Lippen und Wangen) stattfindet. Da dieser übrige Teil des Organismus beim "männlichen" und "weiblichen Wesen" nicht besonders darauf ausgelegt ist, mit seiner Hilfe "zärtlich zu sein", kann die "Zärtlichkeitsauslösung" mithilfe dieses Teils des Organismus natürlich nicht von einer so großen Empfindsamkeit oder "Behagensempfindung" sein wie die, die durch die hierfür besonders ausgelegten Organe ausgelöst wird, die ja die größte und vollkommenste materielle Empfindsamkeit des Organismus für "Behagensempfindungen" durch direkte Berührung innehaben. Diese Auslösung kann also bei diesen Wesen auch nicht zur Kulmination kommen ‒ außer eben durch diese Spezialorgane. |
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