Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der fortgeschrittene Erdenmensch tritt mit einer größeren Sexualität auf als irgendein anderes Wesen auf der Erde, einer Sexualität, die von den größten Weisen der Welt oder von allem, was wirkliche "Liebe" oder "Nächstenliebe" stimuliert und entwickelt, gefördert wird. | 1137. Wie kann es nun sein, dass sowohl der "Mann" als auch die "Frau", die besondere "Zärtlichkeitsorgane" haben, die der absolut einzige Weg sind, auf dem sie die Kulmination der "Zärtlichkeitsauslösung" erreichen können, nichtsdestoweniger anfangen, mit anderen Teilen des Organismus "zärtlich zu sein" als mit den genau dafür speziell bestimmten "Zärtlichkeitsorganen"? – Ja, ist es nicht gerade so, dass diese "Zärtlichkeitsmethode" jenseits der "Zärtlichkeitsorgane" immer stärker wird, sich immer mehr entwickelt? – Das bedeutet also, dass der Erdenmensch, wenn auch unbewusst, auf einem immer größeren Gebiet nach "sexueller Befriedigung" sucht. Für das absolute "männliche" und "weibliche Wesen" in Reinkultur existiert sozusagen diese "Zärtlichkeitsauslösung" jenseits der speziellen "Zärtlichkeitsorgane" überhaupt nicht. Beim hochintellektuell entwickelten Menschen kommt sie demgegenüber in außerordentlich großem Ausmaß vor. Diese neue Zärtlichkeitsauslösung ist ja das, was bewirkt, dass wir von einem Individuum sagen, dass es ein "liebevolles Wesen" ist. Und ist es nicht auch diese Zärtlichkeitsauslösung, von der die größten Religionen und die größten Weisen behaupten, dass sie das Ziel allen menschlichen Strebens sei? Heißt es hier nicht: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"? – Und wird nicht von ihr behauptet, dass sie die "Erfüllung aller Gesetze" sei? – Die eheliche Liebe ist also nicht die "Erfüllung der Gesetze". Zu lieben oder Liebe zu zeigen, kann ja nur in Form von "Zärtlichkeiten" stattfinden. Die eigene Handlungsweise muss von wohltuender Natur für seinen "Nächsten" sein. Wenn sie aber von wohltuender Natur ist, dann ist sie die Schaffung einer Behagensempfindung für dieses Wesen. Behagensempfindungen wirken wiederum durch die Sinne wie "Wollustempfindungen". Wollustempfindungen oder Lustgefühle sind im Prinzip "Sexualität". Der fortgeschrittene Erdenmensch tritt also mit einer weit größeren und umfassenderen "Sexualität" auf als irgendein anderes Wesen auf der Erde. Er liebkost nicht bloß mit den dafür speziell bestimmten "Zärtlichkeitsorganen", sondern er ist auch in einem immer größeren Ausmaß mit dem ganzen übrigen Teil seines Organismus zärtlich. Ja, das entwickelte Wesen kann ja überhaupt nicht auf die Auslösung dieses größeren Genusserlebens oder dieser "Sexualität" verzichten oder ohne sie leben. Es ist genau diese größere Sympathieauslösung, die wir "Humanität" nennen. Dort, wo diese größere Sympathieauslösung oder Nächstenliebe für den modernen Erdenmenschen nicht vorhanden ist, ist er nicht glücklich, selbst wenn er in einer Ehe glücklich ist. Auch kann man nicht bestreiten, dass die Kriege des Erdenmenschen ausschließlich auf dem Mangel an Humanität oder Nächstenliebe in seiner Kultur beruhen. Diese Nächstenliebe ist also das Resultat einer sexuellen Entwicklung, die wiederum durch das Prinzip der Welterlösung stimuliert oder bewirkt wird, die durch die größten Idealisten, Propheten, Weisen und Welterlöser gefördert wird, die durch jedes Wesen gefördert wird, das "liebevoll" ist und die "Nächstenliebe" als das höchste Ideal verkündet. |
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