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(1053-1590) 
 
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Die normale Sympathie oder entwickelte Lust des Erdenmenschen, zu Wesen jenseits des rein ehelichen geschlechtlichen Bereichs zärtlich zu sein, wie z.B. Wesen des eigenen Geschlechts, und seine Lust, zu Tieren zärtlich zu sein, ist keine "einpolige" Sexualität, Verliebtheit oder sinnliche Liebe  1144. Wie wir schon früher erwähnt haben, kann die "neue Sexualität" oder Nächstenliebe ebenso wenig wie die "einpolige Sexualität" existieren, ohne eine organische Funktion zu sein. Die Tendenz des Erdenmenschen, an der Domäne der "einpoligen Sexualität" vorbei zu liebkosen und zu lieben, ist eine neue organische Funktion. Wenn Kameraden oder Freunde einander herzlich die Hand drücken oder aus Freude über das Zusammensein einander umarmen, ja sogar einander küssen, so ist das nicht die "einpolige Sexualität", die hier ausgelöst werden will. Was hier zur Geltung kommt, ist keine Anziehung an ein spezielles "entgegengesetztes Geschlecht". Und ist es nicht auch dieselbe Situation, wenn Menschen ganz normal einem Tier einen zärtlichen Klaps geben und es liebkosen oder verwöhnen? ‒ Dieser ganze Drang nach Sympathie oder Zärtlichkeitsentfaltung hat ja nichts damit zu tun, dass sich ein "männliches Wesen" von einem "weiblichen Wesen" oder das letztgenannte Wesen von einem "männlichen Wesen" angezogen fühlt. Im Gegenteil, er entfaltet sich ganz jenseits des gewöhnlichen oder originären Geschlechtswesens. Liegt es nicht gerade daran, dass diese Sympathie- oder Zärtlichkeitsentfaltung die Bezeichnung "Kameradschaft" oder "Freundschaft" und in ihrer vollkommensten Form "Liebe" bekommen hat? – Dort, wo die Sympathie als Anziehung an das "entgegengesetzte Geschlecht" vorkommt, wird sie ja als "sinnliche Liebe" oder "Verliebtheit" bezeichnet. Aber der Drang eines Erdenmenschen, Tiere zu liebkosen, ist in seiner normalen Form keine "sinnliche Liebe". Er ist keine "Verliebtheit", die auf einem heimlichen Begehren danach basiert, einen Paarungsakt oder eine sexuelle Befriedigung mit dem Objekt der Verliebtheit herbeizuführen. Es ist richtig, dass das in einzelnen Situationen trotzdem auf der Grundlage eines solchen Begehrens vorkommen kann, aber das ist dann ja nur Ausdruck für eine Störung im Seelenleben des betreffenden Wesens, die durch fehlende normale sexuelle Befriedigung entstanden ist. Dann ist es der durstende Wüstenwanderer, der sich mangels einer Alternative auf die erstbeste Schlammpfütze stürzt, und wenn sie noch so stinkt, um an ihrer Feuchtigkeit seinen lebensbedrohlichen Durst nach Flüssigkeit zu stillen. Aber es sind nicht die Ausnahmen oder die abnormen und krankhaften Fälle, auf denen die Analysen des Lebens aufgebaut werden dürfen. Nur die normalen und allgemeingültigen Phänomene können Ausdruck für das wahre Leben sein. Und es gehört glücklicherweise zu den Ausnahmen, wenn die Sympathie des Erdenmenschen für Tiere als "sinnliche Liebe" oder "einpolige Sexualität" eingestuft werden kann.


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