Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Warum das maskuline Wesen in der Überlieferung immer mit dem Begriff "Adam" bezeichnet wurde, obwohl es sich nicht um den ursprünglichen "Adam" handelte |
1193. Wenn in der Überlieferung das "männliche" Wesen immer als "Adam" bezeichnet wurde, während das "weibliche" Wesen als das "neue" Wesen betrachtet wurde und den Namen "Eva" bekam, macht das ja nur deutlich, dass das "männliche" Wesen zunächst gewissermaßen die äußere Erscheinung des früheren "Adams" bewahrt hatte.
Das "maskuline" Prinzip im Wesen bildet ja die Grundlage für die rein äußerliche, materielle Überlegenheit oder das selbstständige Gesicht des Wesens gegenüber der äußeren Welt und sein Verhältnis zu ihr.
Und dadurch hatte dieser "neue Adam" große äußere Ähnlichkeit mit dem früheren "Adam", der in allerhöchstem Maße nicht bloß der äußeren Welt gegenüber ein selbstständiges Gesicht hatte, sondern in Wirklichkeit durch seine "Selbstbefruchtungsfähigkeit" geradezu die Inkarnation der Selbstständigkeit war.
Und dies war der Punkt, in dem sich der "neue Adam" von dem vorhergehenden Adam unterscheiden musste, nämlich dadurch, dass er von einem anderen Wesen abhängig war.
Während das "männliche Wesen" somit weiterhin einen Anschein vom Lichtzustand des früheren "Adams" bewahrte, war das "weibliche Wesen" anders gestellt.
Da das "feminine" Prinzip eine Unterlegenheit oder Unselbstständigkeit bedingt, die genau zu der Überlegenheit und Selbstständigkeit des "männlichen" Wesens passt, benötigt es dieses Wesen als "Beschützer" und weicht somit sehr von dem früheren "Adam" ab, ja, es war sogar in großem Ausmaß dessen materieller Kontrast oder Gegensatz.
Es war deshalb nicht verwunderlich, dass dem "weiblichen Wesen" schnell ein anderer Name gegeben wurde, während das "männliche Wesen" in der Überlieferung die ursprüngliche Bezeichnung des Lebewesens oder den Namen "Adam" behielt.
Wir haben somit gesehen, auf welche Weise die göttliche Überlieferung nicht bloß ein schönes Märchen aus dem wahren Leben war, sondern zugleich auch die absolute Wahrheit darstellt – erzählt auf eine so geniale Weise, dass sie Brot und Nahrung für den Einfältigen ist und zugleich ein göttlicher Gruß der früheren Weisen an die kosmisch bewussten Wesen der Gegenwart, die durch eigene Anschauung im Voraus die innerste Lösung des Lebensmysteriums oder die absolute Wahrheit besitzen. |
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