Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Ehen, die nicht vollkommen sind oder sich nicht im Einklang mit dem sechsten Gebot befinden |
1206. Aber außer den hier genannten Ehen, die auf Scheidungen und wieder neu eingegangene Ehen hinauslaufen, gibt es auch Ehen, die ein ganzes Erdenleben lang halten, aber nicht, weil die Partner nichts von derselben Sehnsucht nach Freiheit, nach fremden Sexualpartnern in sich trügen – diese Sehnsucht ist im Gegenteil bei der großen Mehrheit vorhanden –, sondern ausschließlich, weil sie sich aus moralischen oder religiösen Gründen oder aus Angst, gegen die ererbten autorisierten moralischen Traditionen zu verstoßen, von eben diesen Traditionen gebunden fühlen, so wie auch die Liebe zu eventuell vorhandenen Kindern in der Ehe eine solche Stärke haben kann, dass die Partner allein aus diesem Grund die innere, ihre Ehe unterminierende Natur bekämpfen und das Zusammenleben innerhalb des traditionellen autorisierten Rahmens fortsetzen.
Aber Ehen, die nicht ausschließlich aufgrund der gegenseitigen Verliebtheit oder der tiefsten gegenseitigen sexuellen Anziehung der Partner in traditionellen ehelichen Ehren gehalten werden, sondern die durch traditionelle moralische Auffassungen und durch die Angst vor der Meinung oder Kritik der Leute und durch die Angst vor Skandalen abgestützt werden, oder Ehen, die ausschließlich durch das Gewissen oder Pflichtgefühl der Partner aufrechterhalten werden und durch die Treue zu dem einmal gegebenen Versprechen und durch den Widerwillen dagegen, dem Partner Leid zuzumuten oder der Angst hiervor, sind keine hundertprozentig glücklichen Ehen, sie befinden sich nicht hundertprozentig in Übereinstimmung mit dem sechsten Gebot oder mit Gottes Worten an "Adam" und "Eva" über die Ehe. Die Partner in einer solchen Ehe sind nicht die vollkommene inspirierende Lebensquelle füreinander, die sie gemäß dem Gesetz der Ehe sein sollten. Da die Wesen in einem nicht geringen Umfang eine Anziehung an fremde Wesen oder sexuelle Partnern empfinden, begehen sie ja doch "Ehebruch", auch wenn sie diese Anziehung verborgen oder in Schach halten. Sagt Christus nicht gerade, dass "derjenige, der eine Frau auch nur lüstern ansieht, in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen hat"? |
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