Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die "Verliebtheit" in das entgegengesetzte Geschlecht ist die höchste Selbst-Anbetung des Wesens und ruft die Flamme des Hasses oder den "Atem des Lebens" in den Manifestationen der Finsternis hervor und bewirkt, dass der Gottessohn glaubt, eins mit dem "Tod" statt mit dem "Leben" zu sein | 1233. Es stimmt zwar, dass diese Anbetung als "Verliebtheit" in das entgegengesetzte Geschlecht getarnt auftritt. Aber warum "verliebt" in dieses Geschlecht? – Liegt das nicht eben daran, dass die Berührung mit diesem Geschlecht oder dessen Besitz der allerhöchste Genuss für das Wesen selbst ist? – Wird dies nicht genau dort zur Tatsache, wo dieses Besitzen missglückt, dort, wo ein Wesen des begehrten Geschlechts diese Liebe nicht erwidert, und dort, wo z.B. ein anderes Wesen zum Rivalen wird, weil man das Wesen des entgegengesetzten Geschlechts gerne selbst besitzen möchte? – Lodert hier das "höchste Feuer" nicht in einer neuen Flamme auf, nämlich in der der "Eifersucht" oder des "Hasses"? Und wird dieser Hass nicht gerade zum "Atem des Lebens" oder zur nährenden und Leben spendenden Kraft für alle speziellen Traditionen des Tierreichs? – Wird die "Flamme des Hasses" nicht gerade zu jenen vielfältigen Variationen von Unvollkommenheiten, Schmerzen und Leiden, die zusammen das große Feuer ausmachen, dass wir "Hölle" nennen, wird sie nicht zu jenem Weltbrand, den wir "Tag des Jüngsten Gerichts" nennen, oder zu jenem Kontrast des ursprünglichen himmlischen Lichtes, den wir "Finsternis" nennen, die wiederum bewirkt, dass das Wesen seinen himmlischen Vater nicht mehr sehen kann und damit die Fähigkeit verloren hat, sich selbst als "Gottessohn" zu sehen, ja, dass es sogar das Bewusstsein von seinem eigenen unsterblichen Ich verloren hat und glaubt, identisch mit den erschaffenen Dingen zu sein? – Da die erschaffenen Dinge nicht ewig sind, indem sie einem Anfang und einem Ende unterworfen sind, was wiederum heißt, dass sie vergänglich oder "sterblich" sind, glaubt das Wesen somit, eins mit dem Tod anstatt mit der Ewigkeit oder dem ewigen Leben zu sein, was es an sich ist. Wahrlich, einen größeren Kontrast oder Gegensatz zur Wirklichkeit oder zur absoluten Wahrheit kann es nicht geben. |
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