Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(1053-1590) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Weshalb eine "Strafe" als "Ungerechtigkeit" empfunden wird und weshalb der "Rächer" oder "Verbrecher" seine "Rache" oder "verbrecherische" Lebensweise als "gerecht" empfindet  1237. Während "Ursache und Wirkung" an sich unpersönlich sind und keine Lust auf Rache hervorrufen, ist "Strafe" demgegenüber eine von einem mental falsch eingestellten Individuum in Form von Rache persönlich durchgeführte Unannehmlichkeit, die sich gegen ein anderes Wesen richtet. Das andere Wesen muss sich bei dieser ihm zugefügten Unannehmlichkeit notgedrungen umgehend "ungerecht" behandelt fühlen. Denn dieses Wesen hat ja gerade aus einem Zustand heraus gehandelt, der auf seiner speziellen Stufe als "gerecht" angesehen wird. Wenn es nicht genau von dieser Sichtweise aus gehandelt hat, kann das nur offenbaren, dass es sich um ein abnormes Wesen handelt, das ja wiederum dasselbe ist wie ein mental krankes Wesen. Und Krankheit kann bekanntlich auch nicht durch "Strafe" geheilt werden. Die Handlungen eines jeden normalen Wesens werden in allen Situationen absolut von seinem "Gerechtigkeitssinn" dirigiert oder beherrscht. Wenn ein normaler Erdenmensch stiehlt, glaubt man dann nicht, dass das von jenen Voraussetzungen oder Motiven ausgehend geschieht, die seine spezielle Perspektive auf das Leben oder seine spezielle Entwicklungsstufe als "gerecht" erscheinen oder wahrnehmbar werden lassen? – Wenn dieses Wesen einem anderen Wesen das eine oder andere Unangenehme in Form von "Rache" oder "Strafe" für dieses oder jenes zufügt, das von dem letztgenannten* Wesen begangen wurde, glaubt man dann nicht, dass der "Rächer" seine "Rache" als vollkommen "gerecht" und damit berechtigt empfindet? – Und glaubt man nicht auch, dass sich ein solcher "Rächer" "ungerecht" behandelt fühlt, wenn diese oder jene "Strafe" für seine Handlungsweise über ihn verhängt wird? – Glaubt man nicht, dass ein "Betrüger" oder "Schwindler", ebenfalls von seiner eigenen speziellen Stufe aus betrachtet, sich selbst als Helden sieht und sich jedes Mal daran weidet, wenn er seine Mitwesen betrogen und sich ihre Werte angeeignet hat, auf die er in Wirklichkeit absolut keinen auf offenkundig legale Weise berechtigten Anspruch hat? – Der realistische Blick eines jeden Wesens auf das Leben kann nur von jenen Voraussetzungen bestimmt oder getragen werden, die seine spezielle Entwicklungsstufe in seiner Mentalität ausgestaltet. Welche andere Perspektive könnte denn auf dasselbe Niveau der sinnesmäßigen Empfindung dieses Wesens kommen?

____________
* Im dänischen Original von "erstgenannten" geändert in "letztgenannten".


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.