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(1053-1590) 
 
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Die "Verbrecher" wissen sehr wohl, dass sie "bestraft" werden, wenn sie die Gesetze der Gesellschaft übertreten, aber sie können diese Gesetze unmöglich in Übereinstimmung mit ihrem eigenen "Gerechtigkeitsbegriff" oder mit ihrer Sicht auf das Leben sehen und sie halten diese Gesetze nur durch "Dressur" ein.  1239. Nun wird man vielleicht geltend machen, dass "Verbrecher", "Diebe", "Räuber", "Betrüger", "Hochstapler" usw. sehr genau wissen, dass sich das Leben, das sie führen, im Konflikt mit den Gesetzen der Gesellschaft befindet und dass es deshalb berechtigt ist, alle diejenigen, die diese Gesetze übertreten, zu "bestrafen". Ja, das ist richtig, "Verbrecher" wissen in Wirklichkeit sehr genau, dass sie sich in einem Konflikt mit den Gesetzen der Gesellschaft befinden. Das ist Ihnen durch die Religion und durch das Staats- und Rechtswesen mehr als ausreichend gesagt worden, jedoch entspricht dieses Wissen nicht ihrem eigenen Erleben. Die Details dieses Wissens sind für den Sinnesapparat der "Verbrecher" nicht direkt sichtbar und sind somit nicht in Kontakt mit der Sicht, die sie selbst auf das Leben haben. Es ist eine fremde Sicht, die ihnen von der Gesellschaft aufgezwungen wird. Sie wissen sehr wohl, dass sie, wenn sie sich nicht nach der Sicht dieser Gesellschaft richten, "bestraft" und als "Verbrecher" abgestempelt werden. Aber solange die Sicht der Gesellschaft eine fremde und somit nicht ihre eigene ist oder mit dieser übereinstimmt, müssen sie sich jedes Mal "ungerecht" behandelt fühlen, wenn sie "bestraft" werden und ins Gefängnis kommen. Sie können ihre eigene Handlungsweise nicht als "Verbrechen" betrachten oder verstehen. Sie befand sich ja vollkommen in Übereinstimmung mit ihrem eigenen "Gerechtigkeitsbegriff", gleichgültig, um was es sich nun handelt, ob es "Diebstahl", "Betrug" oder "Rache" ist. Sie können somit die Sicht der Gesellschaft auf das Leben nicht als Ausdruck für die Gesetze des Lebens selbst betrachten, so wie sie selbst diese Gesetze verstehen – diese Auffassung ist nahezu mit den Worten "jeder ist sich selbst der Nächste" auszudrücken. Wenn nicht alle so eingestellten Wesen den Gesetzen der Gesellschaft trotzen und "Verbrecher" werden, sondern sich einigermaßen innerhalb der von diesen Gesetzen vorgeschriebenen Regeln und Gesichtspunkte halten, dann liegt das in großem Ausmaß lediglich an der Angst vor "Strafe". Diese Wesen sind somit in Wirklichkeit nur "dressierte" Wesen, fast so wie dressierte Tiere in einem Zirkus.
      Dass die Gesellschaft in einem außerordentlich großen Umfang durch diese durch Gefängnis und "Strafe" aufrechterhaltene "Dressur" in Gang gehalten wird, ist ja längst zu einer allgemeinen Tatsache geworden.


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