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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(1053-1590) 
 
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Auf welche Weise das Urteil, mit dem wir andere beurteilen, das Urteil über uns selbst ist  1247. Dass "Strafe" und "Rache" diesen Wesen gegenüber keine wirkliche "Gerechtigkeit" sein können, wird hier ebenfalls zur Tatsache. Ein Wesen für etwas zu "bestrafen", was es nicht versteht, muss ein mindestens ebenso großes "Verbrechen" sein wie das, für das man es "bestraft". Und damit werden die Worte Christi: "Mit dem Maßstab, den ihr an andere anlegt, wird man auch euch messen", hier ebenfalls zur wissenschaftlichen Wahrheit. Derjenige, der ein Wesen "bestraft", ob das nun mit unfreundlichen Worten geschieht oder durch rein körperlich zugefügte Leiden, macht sich doch der Auslösung genau desselben Prinzips schuldig, für das er und der Staat "Verbrecher" "verurteilt" oder "bestraft". Wenn seine "jüngeren Brüder" auf der Entwicklungsleiter "Verbrecher" sind, weil sie von ihrem eigenen "Gerechtigkeitsbegriff" aus handeln, dann sind sowohl der Staat als auch die gesetzestreuen Bürger ebenfalls "Verbrecher". Sie handeln ja auch von ihrem "Gerechtigkeitsbegriff" aus. Jede Form der Beurteilung anderer Wesen als "Verbrecher" ist also ein absolutes Urteil über die Wesensart des Beurteilenden selbst. Sein Urteil enthüllt vollständig, was er versteht und was er nicht versteht. Es zeigt vollständig seinen eigenen moralischen Standard. Da im absoluten Sinne keine "Verbrecher" existieren können, macht sich jeder, der ein anderes Wesen als "Verbrecher" beurteilt, mit diesem Urteil einer "Ungerechtigkeit" diesem anderen Wesen gegenüber schuldig. Er stempelt es als etwas ab, was es nicht ist. Und das urteilende Wesen enthüllt mit seinem Urteil, dass es sich derselben Gesetzesübertretung schuldig macht wie diejenige, derentwegen es andere Wesen als "Verbrecher" abstempelt. Wahrlich, nur "der, der rein ist, werfe den ersten Stein".


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