Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Warum "kosmische Analysen" notwendig sind |
1250. Ja, aber wozu soll die hier dargelegte Analyse gut sein, dass "Verbrecher" keine "Verbrecher" sind, sondern "jüngere Seelen" in der Entwicklung, die nicht wissen, was sie tun, und dass es "ungerecht" ist, sie zu "bestrafen"? –
Ja, das ist von sehr großem Nutzen für das Wesen, das heute beginnt, seinen Nächsten zu lieben, das beginnt, ein so großes intellektuelles Talent zu entwickeln, dass er oder sie die "kosmischen Analysen" oder die Wissenschaft des Lebens verstehen kann und dem es stark gegen den Strich geht, sich z.B. daran zu beteiligen, diese "jüngeren Brüder" zu "Zucht" und "Strafe" oder zu anderen gesundheitlichen Schädigungen an Körper und Seele zu "verurteilen".
Solange Menschen dieses ihr eigenes Wesen nicht ganz verstehen, müssen doch die Bestimmungen und Auffassungen der autoritativen Obrigkeiten sowohl innerhalb des Religiösen als auch innerhalb des rein Materiellen notwendigerweise ihr mentaler Kompass, ihre Richtschnur sein, selbst wenn sich in bestimmten Bereichen ihr Herz dagegen sträubt, ggf. diesen autorisierten juristischen und religiösen Paragrafen unterworfen zu werden.
Man bekommt "Gewissensbisse", wenn man diesen Paragrafen nicht nachkommt oder sie nicht befolgt, man bekommt aber auch "Gewissensbisse", kommt in Disharmonie mit sich selbst, wenn man ihnen folgt oder sie praktiziert.
Die eigene mentale Haltung ist somit ein flackerndes Licht, das von einem Augenblick auf den anderen mal von der einen Seite von einem lebensgefährlichen Windhauch bedroht wird und mal von der anderen Seite von einem ebenso gefährlichen Windhauch.
Wenn es einem nicht gelingt, seinen mentalen Zustand oder sein mentales Licht ausreichend zu schützen, kann das leicht dazu führen, dass man, anstatt mit einer klaren Flamme zu leuchten, zu einem Licht wird, das nur qualmen und stinken kann.
Das mentale Licht kann nur dort dazu gebracht werden zu leuchten, wo es durch einen starken Willen geschützt wird.
Aber ein starker Wille kann nur dort existieren, wo dieser Wille auf einer absolut sicheren mentalen Grundlage ruht.
Eine sichere mentale Grundlage kann absolut nur dort existieren, wo man spürt, dass man sich vollkommen im Kontakt mit der "Gerechtigkeit" befindet.
Dieser Kontakt kann wiederum nur entweder auf absolutem "Glauben" oder auf absolutem "Wissen" beruhen.
Dort, wo man nicht unerschütterlich daran "glaubt", dass die eigene Handlungsweise "gerecht" ist, oder "absolut weiß", dass sie "gerecht" ist, kann man nur ein schwankendes oder schaukelndes Schilfrohr in den Stürmen des Lebens sein.
Das ist es, was einen zuweilen gen Himmel rufen lässt: "Was soll ich tun, um selig zu werden?"
Und ist es heute nicht gerade so, dass es Tausende und Abertausende Menschen gibt, die nur ungern Soldat sein wollen, die nur ungern Scharfrichter sein wollen, ja gibt es nicht auch viele, die nicht einmal Tiere töten können und kein Fleisch oder andere grobe animalische Nahrung genießen können, weil es ihnen widerstrebt, solche Dinge zu tun, die aber zugleich unglücklich sind, weil sie sich trotzdem in vielen Fällen oder in großem Ausmaß gezwungen sehen, so etwas mitzumachen, weil die Vorschriften der autorisierten Obrigkeiten, die juristischen und religiösen Paragrafen und die Meinung der Herde sowie Sitten und Gebräuche das so verlangen und jeden, der davon abweicht, als "Gesetzesübertreter", "Verbrecher", "Sonderling" oder geradezu als "abnormes" Wesen bezeichnen. Um einem solchen Widerstand standhalten zu können, muss man unbedingt über einen Willen verfügen, der entweder in einem unerschütterlichen "Glauben" daran oder in einem entsprechend unerschütterlichen "Wissen" darüber verwurzelt ist, dass die eigene Sichtweise weder "verbrecherisch" noch "abnorm" ist, sondern ausschließlich "gerecht". |
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