Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(1053-1590) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Wesen, die die zukünftige Anschauung von "Gerechtigkeit" schon heute brauchen  1254. Wenn die Struktur der Gesellschaft heute so ist, dass sie "sich rächt", "straft" oder "züchtigt", dann ist das also das absolut Vollkommenste, d.h. der höchste Punkt dessen, was die Gesellschaft heute unter "Gerechtigkeit" versteht oder in Form von "Gerechtigkeit" gewähren kann. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass die Gesellschaft nicht zu einem späteren Zeitpunkt imstande sein kann, eine "Gerechtigkeit" zu sehen, die noch vollkommener ist. Solange die Gesellschaft bezüglich der "absoluten Wahrheit" hinter allen natürlichen Gesetzen des Lebens, was in Wirklichkeit die "Nächstenliebe" meint, keine Erfahrungen gemacht oder Einsichten gewonnen hat, kann sie sich ja zwangsläufig nur an die Vermutungen oder Vorstellungen halten, die sie sich über die Gesetze hinter dem Leben machen kann. Aber allmählich, wenn sich die Erfahrungen anhäufen und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu Wissenschaft oder Weisheit werden, muss diese Gesellschaft natürlich auch ihre Vermutungen über "Gerechtigkeit" verändern zugunsten einer Einsicht in "Gerechtigkeit", die noch weitaus klarer und höherstehend ist als die Einsicht, die sie heute hat. Und diese Veränderung der Anschauung von "Gerechtigkeit" muss unumgänglich weitergehen, bis die Lebensgesetze ganz real und absolut als pure Tatsachen dastehen. Und da sie dann keine bloßen Vermutungen mehr sind, sondern die reine Wirklichkeit, kann die Anschauung von "Gerechtigkeit" nicht mehr verwandelt werden. Eine "Gerechtigkeit", die auf den als Tatsachen enthüllten Lebensgesetzen basiert, ist die absolute Kulmination dessen, was das Lebewesen in seiner Anschauung und Auffassung von "Gerechtigkeit" erreichen kann. Die juristischen Gesetze, die eine Gesellschaft sich gemäß dieser kulminierenden Auffassung von "Gerechtigkeit" gibt, werden selbstverständlich zu ihrer Zeit anders aussehen als die juristischen Gesetze, die auf der Auffassung von "Gerechtigkeit" basieren, die der modernen Gesellschaft heute zugänglich ist. Dass diese zukünftige Anschauung von "Gerechtigkeit" nicht für die heutige Gesellschaft das Vollkommenste sein kann, ist ja nur das, was wir bereits berührt haben Es ist ja gerade diese Anschauung, die im Begriff ist, sich in all den Wesen Geltung zu verschaffen, die heute mehr oder weniger dem entwachsen sind, "sich rächen" und "strafen" zu können, und die deshalb anfangen, sich in Disharmonie mit den religiösen und juristischen Paragrafen der Gesellschaft zu fühlen. Ja, sie können es sogar in vielen Situationen überhaupt nicht mehr übers Herz bringen, ihrem Nächsten die Forderungen oder die Verantwortung abzuverlangen, die sie gemäß dem autorisierten Recht dieser Gesellschaft einfordern können, und deshalb entscheiden sie sich in den entsprechenden Situationen, lieber selbst zu leiden, als dass der Nächste "bestraft" werden soll oder dass ihm das mentale und körperliche Missbehagen, die Beraubung seiner "Ehre" und Kennzeichnung als "Verbrecher" widerfahren soll, die der Staat mit seinem "Strafgesetz" erlaubt.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.