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(1053-1590) 
 
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Warum man der alten barbarischen offensichtlichen und ungehemmten "Blutrache-" und "Räubermoral" müde wurde und für neue Götter und neue Moralformen empfänglich wurde  1317. Wenn man der alten Blutrachemoral müde geworden war, dann nicht so sehr um des Nächsten willen, sondern vielmehr um seiner selbst willen. Das Begehren danach, sich die speziellen Güter und Vorteile dieses Nächsten anzueignen und sie zu besitzen, war weiterhin sehr lebendig. Dass er diese eventuell verlieren würde und, um sie für sich selbst und seine Nächsten zu bewahren, sein Leben aufs Spiel setzen würde, war bei der großen Masse noch von ganz untergeordneter Bedeutung. Ihr Gewohnheitsbewusstsein aus der alten Götterverehrung war hier noch so stark und selbstverständlich, dass es jegliches Mitgefühl mit dem Nächsten total unterdrückte, falls überhaupt ein solches in ihrer noch stark tierischen Mentalität und Denkweise zu keimen begonnen hatte. Der Überdruss und die Antipathie gegenüber den alten Gottheiten wurde vielmehr ausschließlich durch den Umstand stimuliert und aufrechterhalten, dass die blutige Daseinsform, die die Vergeltungsprozesse oder das Karma bewirkten, so alles dominierend wurde, dass sich niemand in seinem Dasein oder Erleben des klaren Lichtes der Sonne, das man letzten Endes doch ungeheuer gern bewahren wollte, sicher fühlen konnte. Die Vergeltung für die blutigen Morde am Nächsten aus mehreren Leben lauerte überall. Sie lauerte nicht bloß in den Augen und Sehnsüchten fremder Stämme und Krieger, sondern kam allmählich so nahe, dass sie oft in den Gedanken und im Gemüt der eigenen Allernächsten lauerte. Die eigenen Nachkommen wurden zu den schlimmsten Neidern und Todfeinden. Sie wurden zu den vornehmsten Medien oder Vergeltungswerkzeugen des Karmagesetzes innerhalb des Mord-, Tötungs- und Racheprinzips. Ja, diese Wesen waren richtiggehend die Kulmination des Karmagesetzes in der Vergeltung für ausgelöschte Leben. Diese Wesen machten das tägliche Leben zu einer Sphäre von Henkern. Sie erschufen eine Daseinszone, in der nicht nur die, die üblicherweise als Todfeinde zu betrachten waren, gefürchtet werden mussten, sondern auch alle, die zu den eigenen Freunden zählten, ja, die zu den Allernächsten gehörten. Die eigenen Eltern, Geschwister, Ehegatten und Nachkommen waren alle prädestiniert, der eigene "Henker" zu sein. Der Hinrichtungsdrang der anderen, der Wunsch danach einen selbst auszulöschen, war eine dominierende Macht. Ein größerer Gegensatz zum wahren Leben, ein größerer Kontrast zur Sphäre der Liebe existiert nicht. Kein Wunder, dass die Wesen hier unter einer permanenten Todesfurcht, die die Freude am Dasein unterminierte, stöhnten. Kein Wunder, dass man nach anderen Göttern, anderen Moralformen Ausschau hielt.


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