Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Alle Wesen müssen dasselbe Quantum an Leiden durchmachen, um der gleiche vollkommene Mensch werden zu können | 1368. Die Struktur des Krieges oder des Unfriedens ist somit nicht auf die einzelnen mentalen Vulkanausbrüche begrenzt, die wir für gewöhnlich "Krieg" nennen und bei denen sich zwei oder mehrere Nationen in einem Konflikt miteinander befinden. Er ist eine Daseinssphäre, eine ganze Welt oder Zone, in der alle Lebewesen vom "Tier" in den "Menschen" verwandelt werden müssen. Wie viel diese Kriegszone oder bluttriefende Sphäre die Erdenmenschen an Organismen, Leiden und Tränen gekostet hat, liegt außerhalb dessen, was man normalerweise gedanklich erfassen kann. Wenn in den alten Prophezeiungen über den "Tag des Jüngsten Gerichts" steht, dass "ein Drittel der Bäume verbrennen wird und jegliches grüne Gras verbrennen wird und ein Drittel des Meeres zu Blut werden wird und ein Drittel der lebendigen Geschöpfe des Meeres sterben wird und ein Drittel der Schiffe zerstört werden wird sowie ein Drittel der Menschen getötet werden wird", dann ist das natürlich kein zahlenmäßiges Verzeichnis der Unglücksfälle und Leiden, der Morde und Tötungen, die wirklich stattgefunden haben und die von der genannten finsteren Sphäre in der Erdenzone noch ausgelöst werden sollen. Wenn es nur ein Drittel der Erdenmenschheit wäre und ein Drittel der Materie, das "grüne Gras, die Schiffe" usw., die physisch untergehen sollen, was ist dann mit den beiden anderen Dritteln der Erdenmenschheit und der Materien? – Wie sollte dann die Entwicklung sowohl innerhalb der Materien als auch innerhalb der Erdenmenschheit vor sich gehen? – Die materielle Entwicklung der Erde ist ja ausschließlich durch eine ständige Vernichtung veralteter Formen von Materie zugunsten ihrer Umwandlung in neue Formen vor sich gegangen. Was glaubt man, wie das Pflanzenreich der Welt heute aussähe, wenn nur ein "Drittel" davon durch die Entwicklung der Vernichtung alter Formen zugunsten der Erschaffung von neuen und vollkommeneren Formen unterworfen worden wäre? – Und wenn es nur ein "Drittel" der Erdenmenschen gewesen wäre, das die Reaktionen der Entwicklung oder die Leiden der finsteren Sphäre durchlaufen sollte, was wäre dann mit den anderen beiden Dritteln der Erdenmenschen? – Sollten sie in Primitivität und Unwissenheit niedergehalten bleiben? – Ohne das Erleben der Zone des Krieges oder des tötenden Prinzips in all seinen Phasen wäre eine Entwicklung für den Erdenmenschen ja total unmöglich. Wenn aber alle Menschen in dieser Zone Wesen sind, die sich in einer Verwandlung vom "Tier" zum "Menschen" befinden, dann sind sie doch auch das Objekt desselben Ziels. Und wenn sie dasselbe werden sollen, dann muss natürlich auch jeder von ihnen die Bedingungen erfüllen, um dieses Ziel erreichen zu können. Da aber die Bedingungen dafür, ein "vollkommener Mensch" zu werden, gerade daraus bestehen, die Zone der Finsternis in all ihren Phasen zu erleben, muss das also heißen, dass alle Erdenmenschen dasselbe Quantum an Leiden durchmachen müssen, um der gleiche "vollkommene Mensch" werden zu können. Wenn die Möglichkeit bestünde, dass bloß einzelne Individuen oder nur ein Drittel der Menschen Leiden durchmachen müsste, während die anderen zwei Drittel diese Leiden nicht durchmachen müssten und doch zu "vollkommenen Menschen" werden könnten, dann müsste es einen Fehler in der Entwicklung oder im göttlichen Weltplan geben. Er wäre nicht "göttlich", sondern vielmehr die Offenbarung einer hundertprozentigen schreienden "Ungerechtigkeit". Aber ein solcher Fehler kommt im göttlichen Weltplan nicht vor. Wie sollte so etwas denn möglich sein? Das Weltall oder der göttliche Weltplan ist keine Kombination von Fehlern und Unvollkommenheiten, sondern eine Kulmination der Logik, die bedingt, dass "alles sehr gut ist". |
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