Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Warum der Erdenmensch zum Anbeter des "Todes" anstelle des "Lebens" geworden ist | 1400. Dass das Wesen "sterben" sollte, bedeutet also, dass es von der Wirklichkeit selbst, von der Wahrheit selbst wegkommen sollte. Die "Unwahrheit" ‒ der "Tod", der Kontrast zum Leben ‒ sollte also in seinem Bewusstsein kulminieren. Es sollte so von den "toten" oder unwirklichen Dingen eingenommen sein, dass es die Fähigkeit verlieren sollte, die wahren, die wirklich lebendigen Dinge oder die ewige Struktur des Lebens selbst zu sehen. Und es kann wohl nicht geleugnet werden, dass diese göttliche Voraussage und Bestimmung zur Gänze in Erfüllung gegangen ist. Das Bewusstsein, das Seelenleben des Erdenmenschen oder die Struktur seines Geistes ist in allerhöchstem Maße zu "Mystik" geworden, ist zur Kulmination von Aberglauben geworden. Er hat heute solange vom "Baum der Erkenntnis" gegessen (das Interesse an der Materie, das Interesse an der Erschaffung von Annehmlichkeiten für sich selbst, die Förderung des Egoismus oder des "Kainsprinzips", die Eroberung der Vorteile und Güter seines Nächsten), dass er überhaupt nicht vom "Baum des Lebens" essen konnte (die Verehrung und Empfindung des Lebens hinter den physischen Materien, hinter den Organismen des Nächsten und der Mitwesen oder all der anderen Lebewesen). Während er somit in ausgedehntem Maße, ja, geradezu bis zur Kulmination, die Fähigkeit entwickelt hat, die Materie wahrzunehmen und zu formen und sie sich ihm untertan zu machen, sind die Sinne, mit denen er das Leben selbst oder den Geist sehen soll, demgegenüber degeneriert oder so weit in einen latenten Zustand eingeschrumpft, dass sich das Individuum den Geist oder die ewige Struktur des Bewusstseins – sowohl seines Nächsten als auch die eigene – überhaupt nicht mehr realistisch begreiflich machen kann. Ja, es ist im schlimmsten Fall so weit gekommen, dass es die ewige Struktur dieses Geistes vollständig verleugnet. Und somit ist es ein Anbeter des "Todes" statt des "Lebens", den wir heute im materialistisch kulminierenden Erdenmenschen vorfinden. |
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