Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Materien oder Stoffe können nicht das allerhöchste Fazit des Lebens sein. Sie können nicht "das" sein, was denkt, räsoniert und erschafft | 1402. Es gibt also noch etwas mehr als eben gerade die äußeren, physischen Phänomene. Es gibt somit das "Etwas", das erlebt, denkt und handelt. Wenn dieses "Etwas" sich von dem physischen Körper des Wesens abtrennt, dann bleibt dieser Körper als Leiche zurück, die sofort beginnt, in Auflösung überzugehen. Aber genauso, wie wir gesehen haben, dass dieses "Etwas" einen Organismus verlassen und ihn damit als "Leiche" zurücklassen kann, genauso sehen wir ja auch, dass es in einen Organismus hineingehen kann. Wir sehen, wie dieses "Etwas" immer weiter in einen Embryo eindringt und ihn wachsen und sich entwickeln lässt, zunächst in Richtung physischer Geburt, bei der es den Mutterleib verlässt, danach kapselt es sich immer mehr in den betreffenden physischen Organismus ein, es entwickelt ihn durch das Kindheitsstadium, das Jugendstadium, das Erwachsenenstadium hindurch, um dann wiederum damit zu beginnen, den Körper mit dem Altersstadium zu verlassen, das ja in Wirklichkeit nur ein langsamer physischer Todesprozess oder eine "Leichenbildung" ist. Wir sehen dieses "Etwas" nicht direkt, das auf diese Weise den Körper in Besitz nimmt und ihn von dem einen Zustand in den anderen umformt, aber wir können ja nicht leugnen, dass es eine Tatsache ist, dass das Etwas gleichwohl existiert, weil es dasjenige ist, was dem Körper oder Organismus Leben verleiht. Und wenn er keine "Leiche" ist, dann ausschließlich, weil er eine Wohnstätte für das "Leben" ist. Ein schnelleres Hineingehen von "Leben" in einen Organismus und Herausgehen von "Leben" aus einem Organismus kennen wir in Form des "Schlafes". Wenn ein Mensch in den Schlaf fällt, dann bedeutet das nur, dass das Leben halbwegs aus dem Organismus hinausgeht, so wie das Aufwachen des Individuums aus dem Schlaf nur bedeutet, dass das "Leben" wieder in den Organismus eintritt. Wir kommen somit nicht daran vorbei, dass die Materie oder die Stoffe nicht das allerhöchste Fazit des Lebens selbst sein können. Sie können in groben und feinen Arten auftreten, sie können in Strahlen und Wellen auftreten, sie können sich als Gedanken, Räsonnements oder als erschaffene Dinge zeigen, aber sie können nicht "das" abdecken oder ausmachen, was denkt, "das", was räsoniert, "das", was erschafft. Dieses "Das" oder das allerletzte und höchste Fazit des "Lebens" bleibt ewig hinter jeder Form von Materie, Materienkombinationen oder Energieentfaltungen bestehen. |
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