Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der Spiralkreislauf ist identisch mit der "Gerechtigkeit" selbst – offenbart in allen Materien | 1411. Und so wird verständlich, weshalb sich das Dasein als "Entwicklungsleiter" mit ihrer Vielzahl von Stufen gestaltet, denn sie ist ja ausschließlich von diesem göttlichen "Etwas" und für es gebildet worden. Dieses "Etwas" ist das, was mit Hilfe seiner Körper und dadurch als Individualitäten in einem ewig wechselnden Begehren, reguliert durch Hunger und Sättigung, die Stufen hinunter und hinauf wandert. Diese Passage kennen wir bereits hier aus dem "Livets Bog" als "Spiralkreislauf". Da aber dieses "Etwas" in Gestalt der Lebewesen mit diesem "Spiralkreislauf" identisch ist und durch ihn bedingt wird, ist dieser Kreislauf die "Gerechtigkeit" selbst ‒ offenbart in allen Materien, ja, von den allerkleinsten fassbaren Mikrodetails bis zu den gigantischsten Erscheinungen im unendlichen Himmelsraum. Sind nicht Elektronen, Moleküle, Atome genauso wie Riesensonnen oder Riesenplaneten in der Sternenwelt dem alles durchdringenden Verwandlungsprozess des Kreislaufs unterworfen? ‒ Gibt es eine Form von Materie, die nicht in einem flüssigen, gasförmigen, strahlenförmigen wie auch festen Zustand vorkommen kann? – Und was ist diese Verwandlungsfähigkeit anderes als das Tor zur "Gerechtigkeit"? – Nichts ist dazu verdammt, ewig in demselben Zustand zu bleiben, ja, nichts kann schlichtweg absolute Stille ausdrücken. Und dadurch ist das Abfließen des Wassers in die Kanalisation als Abwasser, das allerlei Verunreinigungen enthält, nicht dessen Ende. Ist es nicht gerade das Wasser, das vom Kreislauf von neuem durch die materiellen Phänomene geführt wird, die es wieder zu kristallklarem Trinkwasser machen, das unseren Durst löschen kann, oder die es zu der reinen, erfrischenden Luft machen, die wir in unser Blut einatmen, abgesehen davon, dass es mitwirkendes Material für die Schaffung des wunderbaren blauen Sommerhimmels mit seinen weißen Wolken ist? Ja, ist es nicht das Wasser, das der Hauptbestandteil der schönen Szenerien ist, die wir als Morgen- und Abendrot kennen? – Ist es nicht das Wasser, das ebenfalls mit Hilfe des Kreislaufs den Wiesen die weißen Nebel verleiht, die die Kulisse für die Zaubereien oder Traumspiele der Sommernacht bilden? – Ist es nicht das Wasser, das dem verdurstenden Wanderer in der Wüste das Leben rettet? – Und ist es nicht derselbe Kreislauf, der das Wasser in jenen reinen, weißen Schnee verwandelt, der die Kulisse für jede wirkliche Weihnachtsstimmung bildet oder der es als Alpenglühen über den Bergen leuchten lässt? |
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