Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das "Paradies" ist die Kulmination jedes der sechs Reiche des Spiralkreislaufs. Da die Wesen dem Kreislauf unterworfen sind, müssen sie jeweils jedes "Paradies" dieser Reiche passieren und kommen dadurch in die Situation, im Übergang von dem einen "Paradies" zum nächsten das Prinzip "Hölle" zu erleben |
1431. Aber warum verfluchen oder kritisieren und verfolgen die Erdenmenschen auf diese Weise solche "Paradiesmanifestationen", die doch in Wirklichkeit göttliche Ereignisse sind, ohne die sie selbst mit der Zeit überhaupt nicht mehr leben können, ja, die in Wirklichkeit ausschließlich durch ihre eigenen Begehren, Verlangen und Sehnsüchte in die Welt gekommen sind? –
Ja, um das zu verstehen, muss man sich zunächst klarmachen, was eine "Paradiesmanifestation" in Wirklichkeit ist.
Das "Paradies" ist in Wirklichkeit Ausdruck für die Kulmination in jedem der sechs Reiche oder Daseinsformen des Spiralkreislaufs.
Diese Kulmination ist wiederum der Zustand, bei dem sich die Mehrheit der Individuen eines solchen Reiches in hundertprozentigem Einklang mit den Gesetzen dieses Reiches befindet.
Da aber ein mentales Reich, wie beispielsweise das "Tierreich", das "Menschenreich" oder ein anderes der Reiche des Spiralkreislaufs, nur ein begrenzter Abschnitt im Kreislauf ist und die Lebewesen den gesamten Kreislauf passieren sollen, können sie nicht in einem einzelnen dieser Reiche bleiben.
Sie bewegen sich also entwicklungsmäßig durch alle sechs Reiche – ganz nach Begehren und Sättigung.
Und so wünschten sich "Adam" und "Eva", vom "Baum der Erkenntnis" zu essen, was die Manifestation des "Tierreichs" oder des tötenden Prinzips ist.
Da sie aber "Lichtwesen" waren und nicht augenblicklich durch ein Wunder zu "Finsterniswesen" oder "Tieren" werden konnten, sondern sich zum "tierischen" Zustand hin entwickeln mussten oder dahin, die Gesetze des "Tierreichs" hundertprozentig erfüllen zu können, mussten sie sich im ersten Abschnitt dieses Reiches ‒ in dem sie noch in großem Ausmaß "Lichtwesen" waren, aber aufgrund ihres beginnenden "Genusses vom Baum der Erkenntnis" oder ihrer Anbetung der Materie auch schon zu "tierischen" Wesen wurden ‒ in Disharmonie sowohl mit dem "Lichtreich" als auch mit dem "Finsternisreich" befinden.
In Kontakt mit dem "Finsternisreich" oder "Tierreich" zu sein, war ja das Ziel, war die Befriedigung ihres großen Begehrens.
Und solange dieses Begehren noch nicht befriedigt war, konnten sie sich ja unmöglich zufrieden oder glücklich fühlen.
Vom ersten zarten Beginn des "Genusses vom Baum der Erkenntnis" bis hin zu der Fähigkeit, die Gesetze des "Tierreichs" als Automatfunktion vollkommen zu praktizieren, musste das Dasein deshalb im Prinzip einen Gegensatz zum "Paradies" ausmachen, nämlich die "Hölle".
Aber nachdem sie die vollkommene Erfüllung der Gesetze des "Tierreichs" und die hieraus folgende Sättigung von dieser Manifestationsform oder vom Erleben des "Paradieses der Finsternis" erreicht hatten, musste ihr Begehren ja zum Gegensatz des Begehrens nach Finsternis werden. Es musste zum Begehren oder Hunger nach "Licht" werden. Und alles, was zur "Lichtmanifestation" oder zum sogenannten "Guten" stimulieren und inspirieren konnte, wurde zu Moral und autorisierten Idealen, während alles, was noch von "tierischen" Tendenzen oder Manifestationen ausgelöst wurde, hier als Hemmnisse beim Erreichen der vollkommenen "Lichtmanifestation" empfunden werden musste. Dass man den dunklen Manifestationen gegenüber nicht sonderlich sympathisch eingestellt war, die ja nach dem Kulminationsgebiet nur als "Unmoral" und Hemmnisse betrachtet werden konnten, ist ganz selbstverständlich. Und es ist dieser Antipathie geschuldet, dass das biblische "Paradiesereignis" nun "Sündenfall" mit "Schlange" und "Verführung" genannt wird. Das gegenwärtige Moralbegehren oder Ideal der Erdenmenschheit besteht ja aus "Lichtmanifestationen" ‒ im Gegensatz zu den biblischen Begehren oder Sehnsüchten "Adams" und "Evas", die eben "Finsternismanifestationen" waren. |
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