Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Wie jedes "erschaffene Ding" oder jede Begrenzung in Raum und Zeit die "Unendlichkeit" bzw. die "Ewigkeit" beinhaltet |
1441. Aber so wie das Ich diese seine absolute Analyse nur durch seinen Kontrast erleben kann, nämlich durch "etwas, das nicht absolut ist", d.h. alle zeitlichen und räumlichen Phänomene oder Illusionen, genauso kann es selbstverständlich auch seine Identität mit der Ewigkeit nicht erleben – außer durch ihren Gegensatz, der ja identisch mit diesen zeitlichen und räumlichen Phänomenen ist.
Da das Ich an sich ohne irgendeine zeitliche oder räumliche Analyse ist, sondern bloß als ein "Etwas, das ist" ausgedrückt werden kann, ist es somit an sich ein namenloses "Etwas", das wir, wie dem Leser bereits bekannt ist, als "X" bezeichnen müssen.
Aber durch seine Schöpfungsfähigkeit kann es sich in diese "zeitlichen" und "räumlichen" Phänomene einkleiden und wird dann in gewisser Weise "eins mit ihnen", ohne jedoch für den Weisen oder Eingeweihten die Sichtbarkeit seiner ewigen Existenz und seines unendlichen Raumes zu verlieren.
Es ist dieser Umstand, der bewirkt, dass irgendein "erschaffenes Ding", außer "zeitlich begrenzt" zu sein, "Anfang" und "Ende" unterworfen zu sein, nicht offenbart oder wahrgenommen werden kann, ohne auch "unendliche" Zeit zu sein, und, außer an sich ein für die Sinne direkt hervortretender "begrenzter" Raum zu sein, sich ebenso auch als identisch mit "unendlichem" Raum enthüllt.
Jedes "erschaffene" Ding kann somit nicht existieren, ohne zu enthüllen, dass es die "Ewigkeit" und die "Unendlichkeit" in sich trägt, obwohl es auch im täglichen Erleben als etwas wahrgenommen wird, das dieses oder jenes Maß in Raum oder Zeit ist.
Wie kann dann ein Ding, das z.B. "ein Jahr" ist, sich gleichzeitig als identisch mit der "Ewigkeit" enthüllen? – Und wie kann ein Volumen, das z.B. "einen Kubikmeter" ausmacht, die Unendlichkeit sein? – Dass die Ewigkeit somit in jedem Zeitbegriff und die Unendlichkeit in jedem Raumbegriff vorhanden ist, enthüllt sich u.a. durch den Umstand, dass jedes beliebige begrenzte Phänomen, sei es Zeit oder Raum, an sich "unendlich" oft teilbar ist. Ein "Kubikmeter" z.B. besteht ja aus zwei halben Kubikmetern. Diese beiden Hälften können wiederum in zwei Hälften geteilt werden, von denen wiederum beide Hälften in zwei Hälften geteilt werden können und so weiter bis ins absolut "Unendliche". Es ist richtig, dass die "Hälften" oder Halbierungen schließlich so klein werden, dass sie nur noch abstrakt erfasst werden können, aber das bedeutet doch nicht, dass sie nicht existieren oder dass man mit dem Denken oder dem Gehirn theoretisch so weit kommen kann, sagen zu können, dass die Halbierung nun nicht länger stattfinden kann, weil die Hälften jetzt so klein geworden sind, dass sie gleich "nichts" sind. "Etwas" kann doch unmöglich zu "nichts" werden, so wie "nichts" niemals zu einem "Etwas" werden kann. Und so klein die Halbierungen gedanklich auch sein mögen, sie werden doch theoretisch oder gedanklich immer in zwei Hälften zu teilen sein können. Das besagt also wiederum, dass der "Kubikmeter", mit dem wir die Teilung begonnen haben, in Wirklichkeit überhaupt nicht ein "Kubikmeter" war, sondern dass er die "Unendlichkeit" selbst ist. Der "Kubikmeter" ist also im absoluten Sinne ein Raum, den wir bis in alle Ewigkeit immer weiter halbieren können, ohne in seinen Weiten jemals bis auf den Grund kommen zu können. Dieser Meter erwies sich also als ein Raum, der vollkommen ohne eine absolute Begrenzung ist. Aber ein Raum, der ohne Begrenzung ist, ist doch die "Unendlichkeit" selbst. Und da die "Unendlichkeit" nur mit dem Ausdruck "etwas, das ist" bezeichnet werden kann, sind wir hier ja zum Ich selbst oder zu dem oben genannten namenlosen "X" gekommen. Der "Kubikmeter" war also eine "Begrenzung", die identisch mit der "Unendlichkeit" war. Aber eine "Begrenzung", die identisch mit der "Unendlichkeit" ist, ist dasselbe wie eine "Illusion". Exakt um denselben Fall handelt es sich auch bei der Zeit. Ein Jahr kann ja auch in zwei halbe Jahre geteilt werden. Zwei halbe Jahre können wiederum jeweils in zwei Hälften geteilt werden und so weiter bis in alle Ewigkeit. Aber auf diese Weise wird das "Jahr" oder irgendein anderer Zeitbegriff ebenfalls zu einer "begrenzten" Unendlichkeit von Zeit, d.h. zur "Ewigkeit" selbst. Das Jahr, mit dem wir angefangen haben, ist somit an sich die "Ewigkeit". |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht