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Wie sehr die Ehe auch durch die sympathischsten Menschen der Welt in ihren Rollen in Film und Schauspiel verherrlicht wird, die große sexuelle Welle der Begierde, die es überall gibt, kann dennoch nicht innerhalb der ehelichen Grenzen gehalten werden  1459. Wie sehr die Wesen auch das eheliche Prinzip ausschmücken und prachtvolle, kostbare Farbfilme und Schauspiele mit den physisch gesehen schönsten oder sympathischsten Menschen der Welt in den Hauptrollen präsentieren und diese Darsteller Ehe-Szenerien illustrieren lassen, die in einem hundertprozentigen strahlenden und lebenslangen ehelichen Glück der Partner enden, so können die Ehen dennoch nicht halten oder stark genug gemacht werden, um den zunehmenden sexuellen Genuss außerhalb der Ehe einzudämmen. Millionen von verliebtheitsberauschten jungen Paaren sitzen sicherlich da und wohnen den Szenerien bei und werden durch sie stimuliert zu glauben, dass ihre eigene Situation von derselben Art eines ewigen oder "unvergänglichen" Glücks ist. Und sie meinen deshalb, dass sie nicht schnell genug zum Pfarrer oder Standesbeamten kommen können, um für dieses ihr eigenes Verhältnis die Autorisierung und den Segen der Gesellschaft zu erhalten. Also werden hier eine ganze Reihe neuer Ehen geschlossen, die aber in Wirklichkeit nur die einleitenden Vorbereitungen für eine ganze Reihe neuer Ehescheidungen sind. Denn was war das, was die jungen Menschen im Film oder auf der Bühne gesehen haben? – Waren das nicht einzig und allein die Träumereien eines genialen Verfassers davon, wie eheliches Glück sein könnte, und ganz und gar nicht die allgemeingültige absolut nüchterne Wirklichkeit? Die Fälle des idealen ehelichen Glücks, die auf der weißen Leinwand und auf der Bühne hervorgezaubert werden, sind nur Illustrationen jener Ausnahmen, die nur ganz wenige Prozent ausmachen. Man kann jedoch die fundamentalen Analysen nicht auf Ausnahmen, sondern nur auf dem Allgemeingültigen aufbauen. Und nicht einmal das ungewöhnlich schöne Paar, der Mann und die Frau, die im Schauspiel das hundertprozentig ideale Ehepaar mit einer lebenslangen gegenseitigen Liebe zueinander überzeugend darstellten, sind in ihrem Privatleben solche ehelichen Prachtexemplare. Gilt hier nicht genauso, dass auch diese Wesen meistens Passagiere auf der sexuellen Verkehrsroute mit Umsteigemöglichkeit von einer Ehe in die nächste sind? – Ist es nicht nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Menschen, die im Film und auf der Bühne die idealen Ehepartner verkörpert haben und zu den Lieblingsidealen der Massen wurden, die in ihrem eigenen Privatleben auch wirklich perfekte Ehepartner sind? – Florieren hier nicht die Ehescheidungen und Ehetragödien in großem Maßstab? – Dies wird hier nicht gesagt, um diese großen Künstler herabzusetzen, die natürlich große ideale Menschen auf anderen Gebieten sein können, sondern einzig und allein, um zu zeigen, dass die sexuelle Woge der Begierde überall ist und dass die Wesen, große Künstler und Schriftsteller, die doch gerade daran mitwirken, die Ehe der großen Allgemeinheit gegenüber zu verherrlichen, überhaupt keine Ausnahmen bilden.


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