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Zum Verständnis jener Periode in der Ehe zu kommen, die jenseits der "Flitterwochen" liegt, ist die Lösung der Zukunft im Hinblick auf das Bestehen der Ehe  1463. Und so erleben Millionen Menschen in Tausenden von Kinos und Theatern auf der ganzen Welt jeden Tag die Luftspiegelung dieser überdimensionierten Verherrlichung der Ehe von erotisch-glücksberauschten Schriftstellern. Aber ist denn daran etwas Falsches? – Stimuliert es nicht gerade die Struktur der Ehe, dass den Menschen gezeigt wird, wie göttlich eine solche Ehe für beide Partner sein kann? – Ja, an sich wäre es göttlich, wenn das, was den Menschen gezeigt wird, Ausdruck einer intellektuellen Einsicht in das Leben selbst wäre, wenn es die Wahrheit über die Ehe auf der derzeitigen Stufe des Erdenmenschen wäre. Aber so ist es nicht. Es ist vielmehr eine Lobpreisung von etwas, das einmal in einer längst entschwundenen Zeit und auf einer weniger intellektuellen Stufe existierte als die, auf der sich der heutige Erdenmensch befindet. Diese entschwundene Ehe kommt daher heute nicht als ein lebenslanges fundamentales und unerschütterliches sexuelles Glück vor, sondern vielmehr nur als der verhältnismäßig kurze sexuelle Rausch, den wir unter dem Begriff "Flitterwochen" kennen. Das Allgemeingültige für die heutigen irdischen Ehen ist deshalb dies, dass sie in zwei Abschnitten auftreten: als "Flitterwochen" und als die danach folgenden "gewöhnlichen Wochen". Während die "Flitterwochen", die selbst im besten Falle nur ein paar Jahre dauern, die Zeitperiode in der Ehe ausmachen, in der das Zusammenleben noch als ein sexueller Glücksrausch für beide Partner auftritt, sind die "anderen Wochen", d.h. im besten Falle der Rest des Lebens dieser beiden Partner, nur eine durch juristische und materielle Bande aufrechterhaltene Verbindung. Aber eine Verbindung zweier Wesen, die ausschließlich auf einer juristischen Eheschließung beruht und deshalb weder aufgrund von Lust noch von Liebe geschaffen wurde, ist keine vollkommene Erfüllung der ehelichen Prinzipien oder Gesetze. Da aber diese Verbindung das Allgemeingültige in der modernen Ehe ist und nicht die "Flitterwochen", kann es nur höchst unglücklich sein, dass dieser allgemeingültige eheliche Zustand, der also heute das wahre Antlitz der Ehe ist, unter einer überdimensionierten Lobpreisung der "Flitterwochen" verborgen wird. Die geschlechtsreifen oder heiratsfähigen jungen Menschen können dadurch nur den Eindruck bekommen, dass es die "Flitterwochen" sind, die das Allgemeingültige in der heutigen Ehe sind. Es kann nur töricht und damit höchst unglücklich sein, dass der wahren Struktur der Ehe und der Psyche des heutigen Menschen nicht wissenschaftlich gegenübergetreten wird, sodass dadurch ein intellektuelles Fundament geschaffen werden kann, auf dem die neuen Generationen im Hinblick auf den Zustand oder jene Lebensperiode in der Ehe, die unumgänglich nach den "Flitterwochen" folgt, ganz anders stabilisiert werden können. Einsicht darein zu bekommen, dass dieser Zustand ein absolut unumgänglicher natürlicher Zustand ist, den alle durchmachen müssen und der trotz allem doch auch von einer wirklich göttlichen, schönen und harmonischen Natur werden kann, wenn man die besonderen Gesetze dieses Zustands erfüllt, würde die Wesen in der Weise stabilisieren, dass sie ihn als eine Selbstverständlichkeit betrachten würden. Nun ist es aber so, dass man den Menschen in Tausenden von Theatern und Kinos eine überdimensionierte Verherrlichung der "Flitterwochen" in einer Ehe zeigt und Millionen von Wesen diesen Zustand als das große lebenswichtige Ziel des heutigen Erdenmenschen vorgaukelt, während die wahre Realität die ist, dass die sexuelle Struktur des Erdenmenschen absolut nicht mehr in der Form vorhanden ist, dass es dem Wesen möglich wäre, diese Spaltung des Zusammenlebens in der Ehe in die "Flitterwochen" und die nachfolgenden "Nicht-Flitterwochen", wenn der sexuelle Glücksrausch mehr oder weniger verschwunden ist, zu vermeiden. Welcher heutige, moderne intellektuelle Erdenmensch kann eine lebenslange "Verliebtheit" in ein anderes Wesen garantieren? – Dass genau das unmöglich ist, wird dadurch zu einer noch größeren Tatsache, dass die "Verliebtheit" absolut kein Willensakt ist, sondern vielmehr ein automatisch funktionierender Organprozess, gefördert durch Drüsensekrete und seelischen Vitaminhunger. Und da die "Flitterwochen" einzig und allein auf "Verliebtheit" basieren, sieht man, dass eine Ehe, die ausschließlich auf "Verliebtheit" beruht, schon im Voraus dazu verdammt ist unterzugehen. Wenn die Wesen im Voraus in ebenso vielen Kinos und Theatern diese Wahrheit zu sehen bekämen und des Weiteren in Bezug auf jenen Zustand, der entsteht, wenn die "Verliebtheit" und damit die "Flitterwochen" in der Ehe vorbei sind, intellektuell stabilisiert würden, bräuchte man all die vielen erniedrigenden und unappetitlichen Scheidungsprozesse und Eheprobleme, die die Erdenmenschheit heute martern, nicht. Da der Zustand, der auf die "Flitterwochen" folgt, für den Erdenmenschen immer mehr zum allgemeingültigen oder fundamentalen Zustand wird, ist es klar, dass der Einblick in die kosmische Hauptstruktur des Geschlechtsprinzips oder der Sexualität oder das Verstehen dieser Hauptstruktur immer mehr erforderlich wird. Ohne diesen Einblick wird es für den Erdenmenschen mit der Zeit unmöglich werden, vollkommen oder total glücklich zu werden.
      Wenn ein sexuell glücksberauschter Schriftsteller oder Dichter die Ehe als ein absolut höchstes dauerhaftes Ideal für alle Menschen sowohl jetzt als auch in kommenden Entwicklungsstadien preist, dann ist das kein Ausdruck für die absolute Wirklichkeit oder Wahrheit. Vielmehr ist dies als ein wahrhaft unfehlbares Symptom des vorübergehenden sexuellen Rausches und des hierdurch verlorengegangenen Gespürs für eine normale, logische Denkweise des betreffenden Wesens festzustellen, ganz abgesehen von der allgemeinen Unwissenheit dieses Wesen über die totale Struktur, das Ausdehnungsgebiet und die Mission des sexuellen Prinzips im göttlichen Weltplan.


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