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(1053-1590) 
 
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Warum die überlieferten moralischen Vorschriften den Widrigkeiten des derzeitigen sexuellen Lebens nicht abhelfen können  1483. Hier wird man vielleicht geltend machen, dass es das Vollkommenste in einer solchen Situation ist, den Geschlechtsverkehr zu unterlassen, sexuell total enthaltsam zu sein. Aber ist das nun richtig? – Worauf begründet sich eine solche Auffassung? – Sie begründet sich ausschließlich auf – nicht Wissenschaft oder wirkliches kosmisches Wissen, sondern vielmehr auf – den Glauben an Dogmen. Und da dieser Dogmen- oder Autoritätsglaube einer wirklich logischen Überprüfung als Wissenschaft nicht standhalten kann, ist er im entsprechenden Maße "Aberglaube". Während dieser "Aberglaube" früher fast unschädlich war, weil die Situationen, in denen eine "Empfängnisverhütung" hätte aktuell sein können, fast nie gegeben waren, ist das heute ganz anders. Gegenwärtig können die überlieferten moralischen Dogmen zur sexuellen Enthaltsamkeit in vielen Situationen wie ein schreckliches "Übel" wirken. Ja, im schlimmsten Fall können sie sogar Geisteskrankheiten mit sich bringen, um nicht von all den schrecklichen missglückten Elternschaften zu reden, die Tausende von Kindern bekommen würden, wenn diese Dogmen, die sich ja gegen jegliche "Empfängnisverhütung" zugunsten einer totalen sexuellen Enthaltsamkeit außerhalb der Ehe richten, erfüllt werden sollten. Eine solche Enthaltsamkeit würde ja bedeuten, dass alle als Eltern völlig ungeeigneten Menschen unbedingt heiraten müssten, wenn sie sich sexuelle Befriedigung wünschen. Aber wie sollte einem Kind mit zwei solchen unmöglichen Eltern und dem daraus folgenden entsprechend unvollkommenen Zuhause gedient sein? – Glaubt man nicht, dass es hier besser ist, sich zugunsten der "Empfängnisverhütung" von der Dogmenerfüllung zu verabschieden. Da die Ungeeignetheit als "Eltern" hauptsächlich an der ehelichen Degeneration liegt und diese Degeneration absolut keine Herabsetzung der sexuellen Begierde bei den betreffenden Wesen bedeutet, sondern im Gegenteil eher ihre Verstärkung bedeutet, leuchtet es ein, dass dies, diesen Menschen Askese oder totale sexuelle Enthaltsamkeit zu diktieren, weder gerecht noch vollkommen sein kann. Selbstverständlich fordert die Natur keine totale sexuelle Enthaltsamkeit von Wesen, deren sexuelle Begierde, deren sexuellen Trieb sie verstärkt hat. Dass die "Empfängnisverhütung" hier zu dem von der Natur durch die Intelligenz des Wesens selbst geforderten Ausweg wird, wird somit hier zur Tatsache. Wenn die Natur hundertprozentig wirklich den "priesterlichen Segen" oder die Ehe als Bedingung für sexuelle Befriedigung fordern würde, dann hätte sie ja auch dafür sorgen müssen, dass es exakt gleich viele Wesen beiderlei Geschlechts gäbe, was ja überhaupt nicht der Fall ist. In Situationen und Ländern, in denen es z.B. viel mehr Frauen als Männer gibt oder umgekehrt, kann die Natur ja unmöglich die Ehe für sämtliche Wesen fordern, so wie sie natürlich auch nicht fordern kann, dass die überzähligen Wesen von jeglichem sexuellen Genuss total ausgeschlossen sind. Wie man sieht, passen die überlieferten sexuellen und moralischen Vorschriften oder Dogmen zur Enthaltsamkeit oder Askese nicht zum heutigen intellektuell fortgeschrittenen Erdenmenschen. In früheren Stadien seiner Entwicklung war seine sexuelle Psyche ganz anders. Teils war seine sexuelle Begierde oder Forderung nicht annähernd so stark wie in der Gegenwart, teils waren Ehe und Nachkommen für alle Wesen eine viel größere Selbstverständlichkeit, als das heute der Fall ist. Wenn aber die Erdenmenschen früher sexuell anders eingestellt waren, mussten ihre sexuellen Moralvorschriften ja auch entsprechend anders gewesen sein. Heute nach dieser Moral und diesen Vorschriften der Vergangenheit für sexuell ganz anders eingestellte oder geschaffene Menschen leben zu müssen, kann deshalb nur ein absoluter Irrweg sein.


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