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(1053-1590) 
 
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Warum die Erdenmenschheit unmöglich durch diese oder jene religiöse Gemeinschaft oder politische Vereinigung "erlöst werden" oder den "dauerhaften Frieden" erreichen kann  1491. Es ist somit nicht irgendeine derzeitige oder kommende Sekte oder Moralvereinigung, durch die das Welterlösungsprinzip weitergeführt oder die Erdenmenschheit "erlöst" werden soll. Alle derartigen Sekten oder Vereinigungen, wie groß und hochstehend die Ideale, die sie repräsentieren wollen, auch sein mögen, sind bereits durch ihre "Diktatur", durch die von ihnen befohlenen Gesetze und die hiermit begonnene Absonderung und Isolierung von der Gesellschaft oder Menschheit, die sie glauben, erlösen zu sollen, im Begriff abzusterben. Man "erlöst" oder "rettet" keine Wesen, verbessert oder hebt nicht die Moral von Menschen, von denen man sich isoliert oder Abstand nimmt. Jegliche Moralanhebung und die hierdurch geförderte "Erlösung der Welt" oder Erschaffung eines wirklichen Friedens ist keine Frage von "Diktatur", mentaler Eingrenzung oder Inhaftierung anderer Menschen und dem hierauf beruhenden direkten oder indirekten Herausposaunen, dass man selbst und seine Vereinigung oder Sekte das Alleinseligmachende und alle anderen Sekten und Gesellschaften mehr oder weniger Brutstätten der Gottlosigkeit und der "verlorenen Seelen" sind. Das absolute Welterlösungsprinzip ist somit auf keinerlei Art und Weise eine Frage der Zersplitterung der gesamten Erdenmenschheit dergestalt, dass mehr oder weniger stark konkurrierende Sekten, mentale oder geistige "Diktaturstaaten", erschaffen werden, die schon von der Gründung an dazu prädestiniert sind, alle anderen moralischen Kraftorganisationen in der Welt bekriegen zu müssen, was auf die eingebildete Vorstellung ihrer Mitglieder gegründet ist, mehr oder weniger selbst die "Heiligen der letzten Tage", die absolute "Welterlösung" oder der einzige Weg zur Seligkeit zu sein. Alles, was hiernach an derartigen religiösen Zusammenschlüssen in Erscheinung tritt, wird niemals wieder größer werden können, als dass diese fast wie eine Mikrobe in der erdenmenschlichen Bevölkerung von vier Milliarden inkarnierten und diskarnierten Seelen untergehen werden. Selbst die größte religiöse Bewegung auf der Erde, der "Buddhismus" ‒ dessen Ausbreitung gerade im für das Gewinnen von gläubigen Proselyten absolut allergünstigsten Zeitraum stattgefunden hat, als sich die Individuen noch in einem Stadium befanden, in dem sie in besonderem Maße die Anlage hatten zu "glauben" ‒ ist nur so weit gekommen, dass er ca. fünfhundert Millionen inkarnierte Seelen zählt, und er hat längst seine Kulmination erreicht. Er ist wie das kirchliche Christentum überall auf dem Rückzug, wo die akademische, wissenschaftliche Entwicklung ihren Einzug hält. Aber wenn sowohl das Christentum als auch der Buddhismus und übrigens auch der Islam somit ihren Höhepunkt zu einem Zeitpunkt erreicht haben, zu dem die zahlenmäßig größte dieser Weltbewegungen bei ihrer Kulmination nur erreichen konnte, ein Viertel der gesamten inkarnierten Erdenmenschheit als Proselyten oder Anhängerschar zu erobern, und die anderen Religionen mit einem noch geringeren Anteil an der Erdbevölkerung als Anhängerschar ihren Höhepunkt erreicht haben, was glaubt man dann, welche heutige Moralbewegung sich Hoffnung darauf machen könnte, das Resultat dieser Bewegungen zu übertrumpfen? – Glaubt man, dass eine beginnende moderne Missionsgesellschaft, Moralvereinigung oder eine andere Form von religiösem Zusammenschluss jemals so lebendig werden wird, dass sie mit zwei Milliarden auf der Erde inkarnierten Seelen in ihrer Mitgliederkartei als Sieger hervorgeht? – Wie sollte das in einer Zeit geschehen, in der die Entwicklung überhaupt nicht mehr in Richtung "Herdenbildung" verläuft, d.h. in Richtung einer einheitlichen "Ausrichtung", sondern genau den entgegengesetzten Weg nimmt, nämlich in Richtung einer "Individualisierung", die wiederum dasselbe ist wie die Befreiung der einzelnen Seelen von der Last einer Herde, von ihren überlieferten Dogmen, ihren veralteten Traditionen, ihren Sitten und Gebräuchen und ihrer Diktatur.


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