Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Wie es allmählich total unmöglich wird, mit Hilfe des Krieges Vorteile oder Gewinne zu erzielen | 1521. Und es würde natürlich sehr lange dauern, bis eine wirkliche Weltobrigkeit stabilisiert wäre, wenn nicht die tierische Mentalität immer größere Raffinements auf dem Gebiet des tötenden Prinzips hervorbringen würde. Die Fähigkeit der Menschen zu töten, zu verstümmeln und jegliches erdenmenschliche Können zu zerstören und zu zerrütten, hat ja einen so genialen Umfang erreicht, dass der Krieg als Methode oder Weg, praktische Vorteile zu gewinnen, zunehmend unmöglich wird. Die kämpfenden Parteien sind nun intelligenzmäßig so ebenbürtig, dass keiner den andern überrumpeln kann. Wenn die eine Partei die Fähigkeit erreicht hat, eine neue sogenannte "heimliche Waffe" mit fürchterlichen Wirkungen herauszubringen, dann hat die andere Partei inzwischen eine in vielen Fällen noch raffiniertere, effektivere "heimliche Waffe", ein noch raffinierteres Tötungsmittel zur Verfügung, um die sogenannte "Verletzung des Völkerrechts" der anderen Partei zu "bestrafen" oder einzudämmen. Dass sich diese Entwicklung von "heimlichen Waffen", Todesmaschinen oder Todeswerkzeugen fortsetzen wird ‒ bis ein Stadium erreicht ist, in dem überhaupt keine Verteidigung mehr möglich ist, weil sowohl die Verteidigung als auch der Angriff gleichermaßen zu einem hundertprozentigen Angriff auf jene Erde, Lebensmöglichkeiten und Terrains oder Naturgebiete wird, die für beide Parteien eine gleich große Lebensbedingung sind ‒, ist unvermeidlich, weil die kriegführenden Parteien ihre Bewusstseinseinstellung absolut nur auf dem Weg des Selbsterlebens oder der Erfahrung ändern können. Nur durch die Wirkungen der von ihnen selbst ausgelösten Kriegsenergie können Sie an den Punkt kommen, dass sie die Torheit in der Anwendung dieser Energie zur Schaffung von "Frieden" oder totalem Glück entdecken, nach dem sie in der Tiefe ihres Bewusstseins seufzend und stöhnend verlangen. Beide Parteien werden erkennen, dass ihre Fähigkeit zur Auslösung eines Krieges jetzt solche Dimensionen erreicht hat, dass absolut keine Partei mehr zum wirklich überlegenen "Sieger" werden kann. Nach einem Krieg mit solchen Raffinements, wie man sie jetzt zu manifestieren imstande ist, nicht zuletzt durch die Atombombe, werden die Parteien, wenn sie ihn überhaupt überleben können, bloß noch mit ein paar todesröchelnden oder verstümmelten Individuen zu vergleichen sein, die auf künstlichen Gliedmaßen in den Ruinenwüsten jener Kunstwerke, Städte und Kulturgüter herumrumpeln, die sie als zivilisierte Kulturstaaten einmal repräsentiert haben. |
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