Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der Krieg wird unmöglich. Die Schwierigkeiten, eine Weltobrigkeit zu bilden, werden früher oder später überwunden werden, weil ohne sie ein wirklicher Weltfrieden unmöglich ist | 1523. Glaubt man denn nicht, dass das Erfahrungsmaterial von den Schlachtfeldern oder Todesackern der Hölle jetzt im Begriff ist, zur Genüge vorhanden zu sein? Muss dieses grauenhafte Bild der Kulmination oder des einzigen absoluten Resultats eines Krieges recht viele Male erlebt werden, bevor es für die Großmächte oder die Staaten, die heute glauben, unrechtmäßige Vorteile durch Macht und durch die Auslöschung anderer Wesen bewahren zu können, zur Wahrheit wird? – Nein, die Zeit ist jetzt gekommen, in der die Vorsehung nichts mehr an Deutlichkeit in Richtung darauf zu wünschen übrig lässt, dass der Weg des Krieges zum Krieg führt und dass Krieg der Untergang oder das "Jüngste Gericht" für jegliche Kulturschöpfung und damit für jegliche Manifestation eines wirklich menschlichen Daseins ist. Die Schwierigkeiten, einen Weltverbund, einen Bund der Nationen mit einer gemeinsamen Oberhoheit oder einer Weltobrigkeit zu gründen, werden überwunden werden. Für das Bestehen der Erdenmenschheit gibt es nämlich keinen anderen Weg. Der Krieg wird mehr und mehr unmöglich werden. Ein Mittel oder Werkzeug, das seiner Struktur nach immer unsinniger wird, kann nur von abnormen Wesen angewandt werden. Und die Seele, die Mentalität oder der Geist der Erdenmenschheit ist nicht abnorm. Er zieht durch seine gewaltige Forschungsenergie eine hundertprozentige Lehre aus seinen Erfahrungen und nutzt nach und nach diese Lehre. Ist es nicht gerade dieses Ausnutzen der Erfahrungen, das dazu geführt hat, dass diese Menschheit heute in großem Ausmaß durch ihre Technik und ihre Chemie die Elemente beherrscht? – Und sind wir nicht wie bereits erwähnt Zeugen großer Anstrengungen der führenden Weltpolitiker, einen Weltverbund zu etablieren? – Und glaubt man nicht, dass diese Anstrengungen oder diese Energie, die heute entfaltet wird, um durch eine gemeinsame staatsmäßige Oberhoheit in der Welt ein wirkliches Instrument für den Frieden zu schaffen, auf der Vermeidung von Unvollkommenheiten basieren wird, die den ersten Völkerbund stranden ließen? – Haben die Menschen seitdem nicht gerade erlebt, wie unverzichtbar ein solcher Völkerbund ist oder wie unmöglich es sein wird, Frieden in der Welt zu bekommen, solange es kein Rechtswesen für Staaten gibt? – Solange die Staaten aus Individuen bestehen, die ohne ein Polizei- und Rechtswesen nicht innerhalb einer natürlichen Moralität oder eines humanen Zusammenlebens gehalten werden können, ist es für die Staaten oder Nationen ebenso unmöglich, ohne ein Rechtswesen oder eine Obrigkeit zu einem normalen oder humanen Zusammenleben zu kommen. Wie sollte das wohl möglich sein? – Warum sollten die Individuen oder Bürger eines Staates fremden Staaten oder ihren Bürgern gegenüber eine humane Moral aufweisen – außer durch eine Obrigkeit –, wenn sie diese Moral ohne ein entsprechendes Rechtswesen nicht einmal gegenüber Mitwesen oder Mitbürgern in ihrem eigenen Land aufweisen können? |
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