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(1053-1590) 
 
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Das sinnesmäßige Erleben des Kreislaufprinzips tritt durch das Hunger- und Sättigungsprinzip auf, nicht nur auf dem Gebiet der Ernährung, sondern auch in allen anderen Phänomenen, die das Erleben des Lebens betreffen  1575. Das sinnesmäßige Erleben des Kreislaufprinzips geht also durch die Hunger- und Sättigungsempfindung vor sich. Wenn man Hunger hat, hat man ein Begehren danach zu essen. Zu essen wird dann als "Behagen" erlebt. Aber durch das Essen wird man satt. Aber gleichzeitig damit, dass die Sättigung eintritt, wird die Essensempfindung von "Behagen" in "Unbehagen" umgewandelt. Das, was vorher als "Behagen" empfunden wurde, wird jetzt als "Unbehagen" empfunden. Genau deshalb hört man auf zu essen, wenn man satt ist, und nicht zu essen wird zu "Behagen". Aber allmählich, wenn das Essen verdaut ist, ändert sich die Sättigungsempfindung und wird zur Hungerempfindung. Und das Essen wird nun wieder zu "Behagen". Aber es ist nicht bloß der tägliche Ernährungsprozess, in dem die "Hunger-" und "Sättigungsempfindung" eine Manifestation dazu bringt, abwechselnd als "Behagen" und "Unbehagen" empfunden zu werden. Das kommt ausnahmslos bei allen Sinnesempfindungen vor. Es gibt somit keinen einzigen Genuss, der nicht sein gegensätzliches Stadium in einem Kreislauf hat, in dem er kein "Genuss", kein "Behagen" ist, sondern vielmehr als "Unbehagen" auf die Sinne wirkt. Genau das ist der Grund dafür, dass sich Sitten und Gebräuche verändern. Die Sitten und Gebräuche, ja, sogar Moralbegriffe, die als absolut ideal anerkannt waren, werden immer in späteren Zeiten von nachfolgenden Generationen unumgänglich als nicht zufriedenstellend verworfen. Das, was man vorher als befriedigendes mentales Wohlergehen oder "Behagen" in der Struktur des täglichen Lebens betrachtet hat, wird somit später als "Unbehagen" aufgefasst oder gefühlt. Neue Strukturen in der Kultur, die als idealistisch und damit als "behaglich" gefühlt werden, lösen die alten ab, um dann selbst allmählich wieder als "unbehaglich" oder "unbefriedigend" gefühlt und von neuen Strukturen abgelöst zu werden, die auch zuerst als "behaglich" empfunden werden, um später als "unbehaglich" abgelöst zu werden, und so setzt sich das weiter fort.


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