Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das maskuline Wesen ist das alles überschattende, lebenswichtige Interessenobjekt des femininen Wesens in Reinkultur, ebenso wie das feminine Wesen es für das maskuline in Reinkultur ist. Sie sind gegenseitig der letzte Rest jenes Paradieses im latenten Zustand für einander, das sie einst verlassen haben | 1602. Da das "feminine" Prinzip in Reinkultur eine organische Struktur zur Folge hat, die das Wesen ein lebenswichtiges Verlangen danach erleben lässt, sich mit einem "maskulinen" Wesen verbunden zu fühlen, wird dieses Wesen ein für sein tägliches Leben alles beherrschendes Interessenobjekt, wie auch das "feminine" Wesen das Interessenobjekt des "maskulinen" Wesens ist. Es hat also innerlich einen Hunger, der nur dadurch gesättigt oder zufriedengestellt werden kann, dass es sich mit einem "maskulinen" Wesen sexuell vereint. Dieses Wesen muss es also als seinen sexuellen Lebenspartner haben. Es ist also auch für "Eva" nicht gut, allein zu bleiben. Das "maskuline" Wesen ist eine Lebensbedingung für das "feminine" Wesen in Reinkultur, wie auch das "feminine" Wesen eine Lebensbedingung für das "maskuline" Wesen in Reinkultur ist. Während die "maskuline" Organstruktur das Verlangen erzeugt, ein Wesen des anderen Geschlechts zu "besitzen", erzeugt die "feminine" Organstruktur dagegen die Begierde danach, von einem Wesen des anderen Geschlechts in "Besitz" genommen zu werden. Es liegt in der "femininen" Organstruktur, Hingabe zu entwickeln und sich dem "maskulinen" Wesen zu unterwerfen. Und anhand dieser mentalen Einstellung ist der Organismus des "femininen" Wesens oder der "Frau" von schmächtigerer Natur als der des "Mannes". Während sein Organismus dafür vorgesehen ist, die Ehefrau und die Nachkommen gegen die Außenwelt verteidigen zu können, ist der Organismus der "Frau" eher dafür vorgesehen, verteidigt zu werden, weil der Organismus der "Frau" ja auch das Werkzeug für die Entwicklung und Ernährung des Fötusses ist und in dieser Situation natürlich beschützt werden muss. Das "feminine" Wesen in Reinkultur ist also in Wirklichkeit völlig vom "maskulinen" Wesen abhängig. Dass dieses Wesen zum hundertprozentigen Interessenobjekt des "femininen" Wesens in Reinkultur wird, ist selbstverständlich. Und da dies bei allen seinen "femininen" Mitwesen auch der Fall ist, sind diese also Rivalinnen um dieses Interessenobjekt. Und die geschlechtliche Einstellung schafft deshalb hier, wie auch beim "maskulinen" Wesen, die Grundlage für dieses Werben und die daraus folgende Eifersucht und Empfindung von "Eigentumsrecht". Sympathie für das andere Geschlecht und Antipathie gegen das eigene zu empfinden, ist also die absolut einzige, fundamentale, praktische und psychische Strömungsrichtung, die in diesen beiden sexuellen Wesensarten in Reinkultur vorkommt. Diese Empfindung oder dieses Erleben des Lebens ist deren Lebensbedingung, deren Selbsterhaltungstrieb. Das "maskuline" Wesen wird somit für das "feminine" Wesen zum letzten Strahl aus dem Himmel oder dem "Paradies", das beide einmal verlassen haben. Und an diesen kleinen Strahl aus dem Himmel, den jeder von ihnen für den anderen ausmacht, klammern sie sich. In dessen Licht umschlingen sie einander. Durch die Sphären der Finsternis hindurch ist er das himmlische Licht oder die überirdische Fackel der beiden Wesen. Er ist ein Abglanz vom Himmel, er ist Gottes Strahlenglorie in den Zonen des Todesreiches. Er ist eine Erinnerung an ein Wesen, dessen der verzauberte Gottessohn oder der "verzauberte Prinz" des Lebensmärchens sich nicht mehr entsinnen kann. Der "ewige Vater" ist in dunkle Vergessenheit geraten. Er existiert nicht mehr im wachen, tagesbewussten Gedankenbereich des verwünschten Gottessohnes oder des "Adams" und der "Eva". |
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