Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das materialistische Wesen und seine Hilflosigkeit angesichts seiner eigenen Psyche oder seelischen Seite und seine Entdeckung der Notwendigkeit einer Vorsehung | 1617. Jegliche religiöse Einstellung oder jeglicher Glaube an eine Gottheit, an ein ewiges Leben und an Reinkarnation und Karma können also vom materialistischen Forscher unmöglich als Realitäten aufgefasst werden. Er hat keine Instrumente oder Methoden, mit denen er diese Erscheinungen untersuchen, messen und wiegen kann. Ihm ist es daher eine Selbstverständlichkeit, diese als Aberglaube aufzufassen. Im Verhältnis zum religiös gläubigen Menschen ist er also ein "gottloses" Wesen. Gleichzeitig damit, dass er sich ein bedeutendes Wissen verschafft hat und sich ständig mehr Wissen im materiellen Bereich aneignet und mit einem daraus entstandenen großen materiellen Können bereichert wird, einem Können in Richtung darauf, die Elemente durch starke Kraftmaschinen für sich arbeiten zu lassen, hat er keine Stütze für die in der Tiefe seiner Psyche oder seines Geistes vom Tier ererbten Tendenz, sich auf die Vorsehung einzustellen. Während der religiös gläubige Mensch infolge seiner Vorstellungen, infolge seines festen Glaubens an die Vorsehung eine Stütze im Geist hat, ist das materialistisch eingestellte Wesen völlig hilflos, wenn es psychische oder seelische Stürme oder Aufregungen erlebt. Dieses Wesen ist auf diesem Gebiet jetzt ebenso entblößt wie das "Tier". Seine organische Einstellung auf die Vorsehung kann nur bei einer eventuellen Lebensgefahr oder in einer Unglückskrise in seinem Schicksal zum Ausdruck kommen, wenn sein materialistisches Wissen und Können sowie alle andere Hilfe in Form von Sympathie oder Wohlwollen anderer Menschen nichts vermag. In dieser seelisch oder psychisch hilflosen Situation kommt die aus der Vorzeit ererbte Tendenz wieder zum Vorschein, aber natürlich nun in Form eines kultivierteren sprachlichen Hilferufs anstatt des unartikulierten Lautes, mit dem diese Tendenz durch den Angstschrei des Tieres ausgelöst wird. Ein solcher Materialist ist also im Verhältnis zum religiös eingestellten Menschen, wie bereits erwähnt, als "gottlos" zu betrachten. Er kompensiert diese "Gottlosigkeit" mit der Freude an seinen Forschungsresultaten und an dem daraus folgenden physischen, materialistischen Wissen und Können, sei es als tüchtiger Handwerker, als großer Erfinder, Rechtsanwalt oder Arzt, als bedeutender Geschäftsmann oder in einer anderen durch materielles Wissen und Können erworbenen Position. Und also nur dann, wenn er in die erwähnte prekäre Lage gerät, in der keine dieser Stellungen oder mit ihnen aufrechterhaltenen physischen Positionen ihn beschützen können, entdeckt er, dass er eine Vorsehung braucht, und versucht es mit dem Ruf an diese Vorsehung, sich die Rettung oder den Ausweg zu verschaffen, der sonst nirgends zu finden war. |
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