Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Erlebnis des Halbwesens von der kosmischen Natur des sexuellen Akts ist genauso elementar oder instinktmäßig wie das Erleben der Pflanze von der physischen Ebene |
1661. Anhand ihrer organischen Struktur als "Halbgeschlechtswesen" können sie sich tagesbewusst nur an den Akt als einen alles überstrahlenden physischen Genuss erinnern, der ausschließlich auf der sexuellen Berührung mit dem anderen Geschlecht beruht.
Dieser Akt wird infolgedessen für die entsprechenden Wesen in Wirklichkeit nur zu einem instinktiven Erleben, ganz einfach zu einem Erlebnis von Wohlbehagen ohne kosmische Einzelheiten oder Analyse.
Es ist richtig, dass dieser Akt von Dichtern, Autoren und anderen Künstlern hoch gepriesen und als etwas Göttliches oder etwas, das im Leben am begehrenswertesten ist, besungen wird, aber hier muss man sich daran erinnern, dass wirkliche Künstler nicht mehr "Halbgeschlechtswesen" in Reinkultur sind, wenn sie auch immer noch nur das andere Geschlecht als Objekt ihrer sexuellen Interessensphäre auffassen können.
Aber ihre künstlerischen Fähigkeiten verraten, dass sie dabei sind, die Kulminationszone der "Todessphäre" zu verlassen, weil sie beginnen, "kosmisches Leben" zu bekommen.
Die "Kunst" ist nämlich an sich nichts weniger als "kosmisches Leben".
Und aufgrund dieses Lebens oder dieses erwachenden Sinneszustandes haben die genannten Wesen den Paarungszustand des "Halbgeschlechtswesens" wahrnehmen und als etwas Höheres und Göttlicheres als nur ganz einfach ein physisches Empfinden von Behagen preisen können.
Das kulminierende "Halbgeschlechtswesen" kann jedoch, wie schon erwähnt, den Paarungsakt einzig und allein als ein physisches Empfinden von Behagen erleben. Es steht der kosmischen Natur des sexuellen Akts fast genau so gegenüber, wie die Pflanze dem Wahrnehmen der physischen Welt gegenübersteht. Ihrer noch unentwickelten organischen Struktur zufolge kann die Pflanze die Einwirkung der äußeren physischen Welt auf ihren Organismus oder ihre Sinne ausschließlich als Ahnung von Behagen und Unbehagen erleben. Die Ursache dieser beginnenden Empfindung von Behagen und Unbehagen kann die Pflanze nicht tagesbewusst erleben. Sie befindet sich zwar körperlich gesehen auf der physischen Ebene, aber die Einwirkungen dieser Ebene kann sie, wie gesagt, nur als eine Ahnung von Behagen und Unbehagen, ohne Einzelheiten, wahrnehmen. Die Pflanze hat nämlich, wie im "Livets Bog" schon erwähnt, ihr Tagesbewusstsein im Seligkeitsreich. Auf die gleiche Art und Weise wie die Pflanze, körperlich gesehen, Ahnungen von Behagen und Unbehagen oder Wahrnehmungen aus einer anderen Ebene erlebt, ohne tagesbewusst wach gegenüber den wahren Ursachen dieser Erlebnisse zu sein, erlebt das "Halbgeschlechtswesen" im sexuellen Akt die Reaktionen der überirdischen oder geistigen Welt als ein Empfinden von Behagen ohne jedes Wissen darüber, dass dies auf seine eigene organische oder körperliche Verwurzelung in einer Welt außerhalb der, in der es tagesbewusst wach ist, zurückzuführen ist. Das "Halbgeschlechtswesen" steht also dem Erleben der kosmischen oder geistigen Welt mental genau so unvermögend gegenüber, wie die Pflanze der physischen Welt mental unvermögend gegenübersteht. |
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