Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Notwendigkeit, die sexuellen "Halbgeschlechtswesen" in "Ganzgeschlechtswesen" zu verwandeln | 1667. In dieser beginnenden Lichtepoche der Menschheit, d.h. in dem Stadium, das heute in besonderem Ausmaß von den letzten großen Weltreligionen getragen wird, hassen die Wesen also die Finsternis oder das "Böse" und bekämpfen es mit starker Antipathie, Wut und Krieg. Die religiösen Sekten, Religionen und Gemeinschaften kämpfen untereinander und lösen eine stark entwickelte, gegenseitige Intoleranz aus. Jede von ihnen erhebt in großem Ausmaß Anspruch darauf, über das wahre Licht zu verfügen, während alle Andersdenkenden als Wesen der Finsternis, als "Heiden" und ihre Auffassung vom Licht als "Heidentum" betrachtet werden. Das Erleben der neuen Lichtepoche ist infolgedessen noch nicht weiter entwickelt, als dass es unter den Menschen zu einem neuen Objekt der gegenseitigen Intoleranz und Entrüstung, Wut oder tierischen Natur geworden ist. Aber wie sollten die Wesen auch millionenjährige Traditionen aufgeben können, nur weil sie anfangen in neuen Vorschriften geübt zu werden? – Und worauf gehen denn nun diese Vorschriften hinaus? – Ist es nicht gerade darauf, das Üben darin zu entwickeln, gegen seine Wut, seinen Jähzorn, seine Intoleranz und Selbstsucht, d.h. gegen diese millionenjährigen Traditionen, anzukämpfen? – Aber versuchen die Menschen nicht in großem Ausmaß, ihr noch unfertiges Talent in diesen Bereichen unter dem Begriff "gerechte Entrüstung" oder "heiliger Zorn" zu verbergen? – Diese Begriffe sind also eine Art "Feigenblätter", mit denen man seine finstere oder tierische Natur verdeckt. Hat man nicht seine Mitmenschen im Namen des Lichts mit Inquisition und Kreuzzügen verfolgt, gefoltert und getötet unter dem Vorwand, dass es die höchste Moral wäre, diejenigen Menschen so zu verfolgen, die es wagten, anders zu denken und zu handeln als die Autoritäten der Religion oder der Kirche? – Jede solche Handlungsweise ist heidnisch und hat mit dem Christentum nichts zu tun, das von ihm offenbart wurde, der sagte: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun". Ist es nicht eine allgemeingültige Erfahrung unter denen, die damit begonnen haben, wirklich die tierischen Traditionen, Anlagen und Talente ernsthaft zu eliminieren, dass sie immer wieder, ebenso wie Paulus, ausrufen müssen: "Ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will"? – Und so muss der Zustand natürlich auch sein, solange die organische Struktur der Wesen sie noch nicht im Ganzgeschlechtszustand gebunden hält und diese Wesen deshalb in entsprechendem Maße vom Prinzip der Finsternis abhängig macht. Und anders könnte es auch nie werden, wenn die Vorsehung es nicht gerade im Auge gehabt hätte, im Wesen eine organische Struktur zur Entwicklung der Epoche des Lichts niederzulegen. Wenn diese organische Funktion, die die Wesen in sexuelle Halbgeschlechtswesen verwandelte, d.h. in das "weibliche" und "männliche" Geschlecht, seine Entwicklung nicht fortsetzen und nun die Wesen dazu erschaffen würde, sexuelle Ganzgeschlechtswesen zu werden, würde das Licht niemals in der Welt scheinen können. Denn der Ganzgeschlechtszustand ist die alleinige organische Struktur, durch die das Licht erschaffen werden kann, wie auch der Halbgeschlechtszustand die alleinige organische Struktur ist, mit der die Finsternis erschaffen werden konnte. Vorschriften und Ideale allein nützen also gar nichts. Sie sind nur dort von Nutzen, wo die Verwandlung in Ganzgeschlechtswesen schon begonnen hat. Nur da, wo es ein Talent gibt, kann das Genie erschaffen werden. |
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