Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb das Empfinden vom "Nacktsein" oder das "Schamgefühl" und das "Feigenblatt" in der sexuellen Sphäre des Erdenmenschen vorherrschend sind | 1672. So eine überaus große Rolle spielen die Organe für das "höchste Feuer" im physischen Körper des Lebewesens. Und doch werden diese Organe in Wirklichkeit vom gewöhnlichen Erdenmenschen als etwas Herabwürdigendes betrachtet, als etwas, was man anstandshalber nicht erwähnen kann, etwas, was verdeckt werden muss. Das "Feigenblatt" ist immer noch aktuell. "Adam" und "Eva" fühlen sich noch immer "nackt". Ja, diese "Nacktheit" ist aus Gründen, auf die wir später zurückkommen werden, zu einem "Schamgefühl" von solchen Dimensionen geworden, dass man sich dazu veranlasst gefühlt hat, sie durch Recht und Gesetz zu verbergen. Es ist also strafbar geworden, diese höchsten Organe unverborgen zu halten. Es ist "Unzucht" und eine "Kränkung der Schamhaftigkeit", offen und ungeniert über diese Organe zu sprechen, wie man es offen und ungeniert über die anderen Organe, aus denen der physische Organismus besteht, tut. Das "Feigenblatt" ist allmählich zu "Sittlichkeitspolizei", zu "Gefängnis" oder zu "Strafe" geworden. Dass man mit diesen Organen zur Fortdauer des Lebens, diesen Organen für das Erleben des Paradieses auf Erden, zum Erleben der höchsten Seligkeit vereint mit einem anderen Wesen, ausgestattet ist, d.h. mit der Fähigkeit, mit dem Grundton oder der Wellenlänge des Universums oder Weltalls in Verbindung zu kommen, ist also zu einer Quelle einer ganzen Sphäre von Vorstellungen und einem gewissen bestimmten Gedankenklima geworden, das alles andere als "paradiesisch" ist. Ja heißt nicht gerade diese Sphäre die "Hölle". Und finden wir nicht gerade in diesem Gedankenklima alle existierenden Ursachen des Krieges, des Unglücks und des Leidens. Und finden wir nicht auch innerhalb des gleichen Gedankenklimas alle möglichen verrückten Gefühlszustände und Auffassungen über Sexualität? – Finden wir nicht hier Eifersuchtsdramen in allen Nuancen und Schattierungen? – Haben wir nicht hier die Zone der unglücklichen Ehen mit Untreue und Scheidungen in Mannigfaltigkeit? – Haben wir nicht hier die Prostitution, dieses Kaufen und Verkaufen von sexueller Befriedigung, diesen Kauf und Verkauf des Paradieses, so wie man sonst jede andere Handelsware auch kauft? – Setzt man nicht hier im großen Ausmaß außerhalb der Ehe verantwortungslos Kinder in die Welt? – Florieren hier nicht rücksichtslos die Tötung der Leibesfrucht und die Flucht vor der Elternpflicht oder jedem Verantwortungsgefühl den Nachkommen gegenüber? – Tragen nicht alle möglichen perversen, sadistischen Laster und Neigungen innerhalb der gleichen Gedankensphäre dazu bei, das Dasein zu verfinstern? – Sind nicht hier Psychopathen, Sinneskranke und Geistesschwache zuhause? – Wahrlich, die Früchte der Organe des höchsten Feuers sind hier etwas angefault geworden. Der überirdische Genuss, das himmlische Feuer, ist zum erstickenden Rauch, zu Schlacken und Asche geworden. Es ist nicht verwunderlich, dass das Gefühl von Nacktheit und Scham in der sexuellen Sphäre des Erdenmenschen vorherrschend ist und dass man auf seine Organe des "höchsten Feuers" nicht stolz ist. Es ist nicht so merkwürdig, dass die Religionen, die Reformatoren und Moralisten die Sexualität als das größte "Übel" bezeichnet haben, als das Unreine, das den Zugang zur "Erlösung" und zur "Seligkeit" völlig versperrt. Es ist nicht so merkwürdig, dass man hier sehr strenge Ehegesetze und Begrenzungen des sexuellen Genusses ausschließlich zum Zweck der Befruchtung, mit dem Trauschein als einziges, rechtsgültiges Visum zum Paradies, vorgeschrieben hat. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht