Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(1591-1938) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Das Gesetz des Kreislaufs oder was das Leben wäre, wenn es keine Begehren und keine Befriedigung der Begehren gäbe  1689. Wie wir schon aus früheren Analysen wissen, ist das Gesetz des Kreislaufs dies, dass die Grundenergien, und somit die verschiedenen Formen des Lebenserlebens, sich in einem Rhythmus von einem kulminierenden Zustand zu einem latenten bewegen und von da aus wieder zurück zu einer Kulminationsentfaltung und immer so weiter. Dieser latente Zustand ist das Minimum des Lebenserlebens, während die Kulmination dessen Maximum ist. Es ist also ein ewig existierendes Prinzip, das eine Festsetzung der Struktur des Lebenserlebens bedingt und bewirkt, dass das Leben einen speziellen, bestimmten Entfaltungszustand nicht überschreiten kann, wie es auch nicht hinab zum völligen Aufhören gezwungen werden kann. Wenn es diese zwei Voraussetzungen nicht gäbe, könnte das Leben weder Hunger noch Sättigung werden, was wiederum heißt, dass es weder Begehren noch Befriedigung, weder Interesse noch Gleichgültigkeit werden könnte. Dieser Rhythmus des Spiralkreislaufs – der die Bewegung zwischen zwei Außenpolen, Maximum und Minimum oder die gesetzmäßige Mindest- und Größtentfaltung bedingt – ist also in Wirklichkeit das Fundament für jede Kontrastbildung und somit das Fundament für das Erschaffen jeglicher Form von Wahrnehmung oder Lebensauffassung. Wenn es kein Verlangen danach gäbe, das Wachsen des Lebenserlebens auf eine ständig ansteigende Höhe zu bringen, was sollte dann dieses Wachsen oder diese Entwicklung fördern? – Und wenn es nicht gerade eine Sättigung gäbe, die diese Entwicklung abbrechen und das Verlangen nach dem Gegenteil hervorrufen könnte, wie sollten dann Wünsche und Begehren befriedigt werden können? – Wenn Wünsche und Begehren und deren Zufriedenstellen nicht existierten, was wäre das Leben dann? – Es könnte ausschließlich ein ewig existierendes unmanifestiertes und nicht erlebtes "Etwas, das ist" sein. Eine vollkommene Todesstille würde dort brüten, wo die ganze Welt oder das Universum heute funkelt und strahlt.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.