Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Auf welche Weise die Materie den Geist des Lebewesens enthüllt | 1699. Was aber kann nun bewirken, dass die "Mineralmaterie" zu "vegetabilischer" und "animalischer" Materie werden kann, um dann wieder zum Mineralzustand zurückkehren zu können? – Wir sehen ja, dass die "Mineralmaterie" im täglichen Leben durch verschiedene Prozesse zu "vegetabilischer" und "animalischer" Materie, und als solche Material zum Erschaffen von Organismen wird. Aber wir sehen auch, wenn ein Organismus "stirbt", wie er sich auflöst und die Feuchtigkeit "verdunstet". Allmählich, nachdem der Organismus völlig austrocknet, wird seine Materie wieder zu "Mineralmaterie", die dem Gesetz der Verwitterung unterstellt ist, um dann wieder in den Kreislauf der Materie überzugehen, zu "Erde", zu Chemikalien und Salzen zu werden, die wiederum Nahrung und Material für den Aufbau eines neuen Organismus sein können. Es zeigt sich also als Tatsache, dass es eine herrschende Kraft hinter den Stoffen gibt, die dazu imstande ist, diese oder jene Stoffe zu dieser oder jener Gestaltung oder zweckmäßigen Organisation auszuwählen und zu kombinieren. Diese Kraft formt die Materie zum Material für den Aufbau von z. B. Herzen, Lungen, Lebern, Nieren, Drüsen, Fleisch, Blut und Nerven um. Sie erschafft aus derselben Materie Organe zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen, welche Organe, alle ohne Ausnahme, zweckmäßige Erscheinungen oder Werkzeuge sind, mit denen ein "Etwas" erleben und sich offenbaren kann. Aber wenn diese Organe so aufgebaut werden, dass sie ausschließlich Werkzeuge für dieses Erleben und Offenbaren sein können, dann werden sie an sich ein unumstößlicher Beweis dafür, dass dieses "Etwas" existiert. Diese hiermit offenbarte Tatsache bestätigt infolgedessen das in allen Lebewesen existierende willensführende, denkende und handelnde Ich, das gerade der Grund dafür ist, dass wir "mein Körper", "meine Augen", "meine Ohren" sagen und diese Offenbarung des Ichs mit den Ausdrücken fortsetzen: "Ich lief", "ich ging", "ich freute mich" usw. Dass dieses Ich oder "Etwas" nicht mit irgendwelchen Organen des Körpers oder Organismus identisch sein kann, leuchtet ein, da ein jedes dieser Organe, vom Gehirn angefangen und bis zu den geringsten Drüsenfunktionen hinab, jedes für sich als untergeordnetes Werkzeug, zu einem Zweck erschaffen, hervortritt. Dieser Zweck muss existiert haben, ehe das Werkzeug entstand, und muss dann Gedanke oder Wille gewesen sein, aber bei wem? – Beim Gehirn kann es kein Wille gewesen sein, da dieses, genauso wie alle übrigen Organe im Organismus, nur als dem Willen und der Absicht untergeordnet auftreten kann und sich somit als ein Gegenstand zeigt, den der Träger dieses Willens und dieser Absicht besitzt. Ein Lebewesen sagt folglich "mein Gehirn", ebenso wie es "meine Hand", "meine Augen" usw. sagt. Das, was sich als Träger des Gehirns zeigt, muss also existiert haben, bevor das Gehirn entstand. Alle Organe des Lebewesens waren ja zweckmäßige Glieder in der Absicht oder dem Plan, der also notwendigerweise existiert haben muss, ehe er zu einer physischen Realität wurde. Wir kommen also wieder zum unausweichlichen, Willen führenden und bestimmenden "Etwas" oder zum Ich und seiner Gedankenwelt im Lebewesen. Dieses Ich und seine Gedankenwelt kann also nichts Physisches, nichts Materielles sein. Nur durch seine Offenbarung, durch sein Beherrschen der physischen Materie, zeigt es sich indirekt als Realität oder Tatsache. Dies bedeutet also, dass dieses Ich und seine Gedankenwelt "das wirklich Lebende" im Organismus sind. Da dieses Ich nicht zu sehen ist, ja, auf der physischen Ebene "immateriell" wirkt, ist es als der "Geist" des Lebewesens bezeichnet worden. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht